Vorwürfe an Bundesvorstand unter Aiwanger

"Demütigend und frauenfeindlich": Landesvorstand der Freien Wähler in BW tritt zurück

Der Landesvorstand der Freien Wähler in BW ist zurückgetreten. Vorsitzende Sylvia Rolke zog sich auch aus dem Bundesvorstand zurück und wirft ihm Frauenfeindlichkeit vor.  

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Von Autor/in Kai Laufen, Dieter Leder

Der Landesvorstand der Freien Wähler in Baden-Württemberg ist am Wochenende geschlossen zurückgetreten. Dies teilte der Vorstand auf Social-Media-Kanälen der Partei mit. In einem Schreiben an den Bundesvorstand der Freien Wähler, das dem SWR vorliegt, nennt die bisherige Landesvorsitzende Sylvia Rolke einen "unüberwindbaren Vertrauensverlust" gegenüber dem Bundesvorstand als Grund. Im Bundesvorstand der Freien Wähler war Rolke Stellvertreterin des Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger.

Umgang sei "demütigend und frauenfeindlich" gewesen

In einem weiteren Schreiben, das dem SWR ebenfalls vorliegt, teilte Rolke auch ihren Rückzug aus dem Bundesvorstand der Freien Wähler mit. Dort war sie Stellvertreterin von Aiwanger, der in Bayern Wirtschaftsminister ist. Sie sei seit ihrer Wahl zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden "kontinuierlich" an ihrer Arbeit gehindert worden, begründet Rolke ihren Rücktritt. Die "Art und Weise", wie sie im Vorstand behandelt worden sei, bezeichnete sie in dem Schreiben vom Sonntag als "demütigend und frauenfeindlich". Wörtlich schrieb Rolke von "wiederholten Anbrüllungen". Das widerspräche den Werten, die die Freien Wähler vertreten sollten. Auf SWR-Anfragen reagierte die Politikerin bisher nicht.

Bundesvorstand weist Vorwürfe zurück

Der Bundesvorstand weist dem SWR gegenüber alle Vorwürfe von Rolke zurück und teilte mit, dass die internen Vorgänge vom Bundesvorstand nicht weiter kommentiert würden. Sylvia Rolke war Ende 2024 zur Stellvertreterin Hubert Aiwangers im Bundvorstand der Freien Wähler gewählt worden. Nach dem massiven Stimmverlust bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg war parteiintern ein Sonderparteitag und auch der Rücktritt der Landesvorsitzenden Rolke gefordert worden.

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Kai Laufen
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