Trotz Flaute auf dem E-Auto-Markt

ZF Friedrichshafen baut weiter E-Motoren - aber streicht Stellen

Der Autozulieferer ZF steckt tief in den roten Zahlen. Trotzdem hält der Konzern an der Fertigung von Motoren für Elektroautos fest. Doch es wird Einschnitte geben.

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Von Autor/in Thomas Wagner

Der Autozulieferkonzern ZF Friedrichshafen AG hält an der Produktion von Motoren für Elektroautos fest - obwohl die Verkaufszahlen von E-Fahrzeugen bislang weit hinter den Erwartungen bleiben. Noch bei der Bilanzpressekonferenz hatte Vorstandschef Mathias Miedreich eine Überprüfung der E-Motorenfertigung angekündigt. Diese gilt als kostenintensiv und defizitär.

Am Dienstag dann die Mitteilung aus der Konzernzentrale: Der Prüfprozess sei abgeschlossen. Und der Vorstand sei, gemeinsam mit dem Betriebsrat, zur Entscheidung gekommen: Entwicklung und Fertigung von Motoren für Elektro-Pkw bleiben im Konzern. Dasselbe gilt für die sogenannten Inverter, die die Gleichspannung aus der Batterie in Wechselstrom für den Antrieb umwandeln.  

Bereich der Elektromobilität unter enormem Kostendruck

Betroffen sind die ZF-Standorte Auerbach und Schweinfurt. Doch auch am Konzernsitz Friedrichshafen (Bodenseekreis) lässt sich Erleichterung im Management heraushören: "Wir halten so das Know-how und die Kompetenz in Sachen Elektroantriebe im Konzern", erklärte ein Konzernsprecher auf SWR-Anfrage.

Dabei steht gerade die E-Mobilität innerhalb des ZF-Konzerns unter enormem Kostendruck. Viele Elektroautos erwiesen sich als Ladenhüter - so richtig will das Geschäft mit der E-Mobilität derzeit nicht in Fahrt kommen. Betroffen sind davon nicht nur die Hersteller, sondern auch die Zulieferer der entsprechenden Komponenten. ZF gilt mit einem Jahresumsatz von knapp 39 Milliarden Euro im Jahr 2025 nach dem Bosch-Konzern als zweitgrößter Autozulieferer deutschlandweit

Achim Dietrich ist der Gesamtbetriebsratsvorsitzende bei ZF Friedrichshafen.
"Das Ergebnis der Sonderprüfung ist für uns und die Beschäftigten in Deutschland ein großer Erfolg", sagt Achim Dietrich, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei ZF. picture alliance | Felix Kästle

Allerdings wies ZF für das vergangene Jahr auch einen Verlust von mehr als zwei Milliarden Euro aus. Mit einem rigorosen Sparprogramm will Vorstandschef Mathias Miedreich - erst seit Anfang Oktober im Amt - die roten Zahlen in den Griff bekommen. So hat der ZF-Konzern bereits vor zwei Jahren ein Jobabbauprogramm auf den Weg gebracht: Allein an den deutschen Standorten können demnach bis 2028 um die 14.000 Stellen wegfallen.

Trotz Garantie für Eigenfertigung: Bereich "E-Mobilität" muss schlanker werden

Dass auch die Division E mit der Elektromobilität schlanker werden muss, steht für die Unternehmensleitung außer Zweifel. So groß die Freude über die jüngste Entscheidung zur Fortsetzung der Produktion von Elektromotoren auch sein mag, so klar ist auch: In diesem Bereich fallen Jobs weg. Betroffen sind unter anderem an den Standorten Schweinfurt und Auerbach mehrere hundert Stellen, bestätigte ein ZF-Sprecher dem SWR.

Die jüngste Entscheidung habe der Vorstand gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung getroffen. Der Schritt, lässt sich Gesamtbetriebsratschef Achim Dietrich in einer Mitteilung zitieren, sei "ein großer Erfolg". Denn die Alternative wäre die Einstellung der E-Motoren-Fertigung gewesen – mit deutlich mehr Stellenstreichungen als derzeit geplant.

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Autor/in
Thomas Wagner
SWR-Redakteur Thomas Wagner Autor Bild

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