Das Bodensee-Vergissmeinnicht kommt nur noch sehr selten am Bodensee vor und ist streng geschützt. Derzeit steht die Pflanze in Blüte - noch bis etwa Mitte Mai.
Strandrasen nennt sich der Lebensraum des Bodensee-Vergissmeinnichts, es ist der Überschwemmungsbereich am natürlichen Ufer des Bodensees. Er liegt mal im Trockenen und mal unter Wasser. Daran ist das Bodensee-Vergissmeinnicht perfekt angepasst und kann auch bei sechs bis acht Wochen Überschwemmung ohne Probleme überleben, so Irene Strang, Biologin und Mitglied der Arbeitsgruppe Bodenseeufer, die auch regelmäßig Führungen, unter anderem für den NABU zum Thema macht.
Viele blühende Bodensee-Vergissmeinnicht bei Hegne
Relativ viele blühende Bodensee-Vergissmeinnicht gibt es derzeit auf dem Gelände des Campingplatzes in Hegne (Kreis Konstanz) zu sehen. Dort ist ein Naturschutzgebiet mit Strandrasen. Auch am Überlinger See und in Vorarlberg gibt es Vorkommen von Bodensee-Vergissmeinnicht.
Dass die Pflanze so selten geworden ist, hat auch mit dem Klimawandel zu tun. Die Schwankungen im Wasserstand des Bodensees haben sich verändert, es gibt immer öfter längere Phasen mit Hochwasser, gleichzeitig aber auch immer wieder Phasen mit langer Trockenheit.
Bodensee-Vergissmeinnicht kommt fast nur noch am Bodensee vor
Das Bodensee-Vergissmeinnicht sei früher an allen Voralpenseen vorgekommen, so Biologin Strang. Zum Beispiel am Lago Maggiore. Viele der Seen seien aber für die Schifffahrt gestaut worden, sodass die Schwankungen des Wasserstands, die die Pflanze brauche, zu gering geworden seien.
Naturschützer und Biologen wie Irene Strang begrüßen es, dass am Bodensee in jüngster Zeit Ufer renaturiert wurden. Das könne dem Bodensee-Vergissmeinnicht nützen.
Menschen, die helfen wollen, die Pflanze zu schützen, sollen sich an Naturstränden mit Bedacht bewegen und Wassersportgeräte wie Schlauchboote und Stand-up-Paddleboards über den Strand tragen, statt ziehen.