Die eingeschleppte Quagga-Muschel breitet sich seit Jahren ungehindert im Bodensee aus. Die invasive Art bedroht damit das heimische Ökosystem. Die Fischereiforschungsstelle Langenargen (Bodenseekreis) startet jetzt ein dreijähriges Forschungsprojekt: Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob muschelfressende heimische Fische helfen können, die Muschel einzudämmen.
Rotauge frisst Quagga-Muscheln im Bodensee
Besondere Hoffnungen setzten Forscher wie Andreas Brinker von der Fischereiforschungsstelle Langenargen auf die Fischart Rotauge. Rotaugen würden sich bis zu 80 Prozent von Quagga-Muscheln ernähren. Sie hätten sogenannte Schlundzähne, mit denen könnten sie die Muschelschale knacken wie bei einer Nuss, so Brinker. "Sie spucken das unverdauliche Material aus und schlucken das Gute herunter."
Kein natürliches Gleichgewicht: Zuviele Quagga-Muscheln, zu wenig Fressfeinde
Das Problem: Noch gebe es zu wenig Rotaugen und zu viele Muscheln im Bodensee. Vor Friedrichshafen wurden im vergangenen Jahr auf einem Quadratmeter beispielsweise fast 37.000 Muscheln gezählt. "Wir bräuchten mehr muschelfressende Fische, um dem Wachstum der Quagga-Muschel etwas entgegenzusetzen", sagt Brinker.
Jetzt werden erst einmal Daten erhoben, um herauszufinden, wie effizient die Fische tatsächlich sind. Eine Maßnahme könnte sein, die muschelfressenden Fische gezielt zu schützen.
Quagga-Muschel richtet Schaden an und nimmt Fischen Nahrung
Die Quagga-Muschel hat Auswirkungen auf die Nahrungskette und den Fischbestand im Bodensee. Quagga-Muscheln filtern große Mengen Wasser, wodurch sie Algen entziehen, die wiederum als Nahrung für Plankton dienen. Da Fische auf Plankton angewiesen sind, fehlt diese wichtige Nahrungsgrundlage.
Die Quagga-Muscheln verstopfen auch die Leitungen der Wasserwerke am Bodensee, die Trinkwasser für Millionen Menschen liefern. Sie setzen sich an Booten und Schiffen fest, können Unterwasserdenkmäler schädigen.