Ausgerechnet in den Pfingstferien: Der Brenner zwischen Österreich und Italien ist am Samstag, 30. Mai, von 11 Uhr bis 19 Uhr für den Transitverkehr blockiert. Die Sperrung der Autobahn bringt nicht nur Urlauber in Schwierigkeiten. Auch in der Bodensee-Region dürften die Folgen im Verkehr zu spüren sein. Die wichtigsten Informationen im Überblick:
- Welche alternativen Routen gibt es?
- Welche Folgen hat die Brenner-Sperrung in Baden-Württemberg?
- Was wird Reisenden geraten?
- Warum wird der Brenner am Samstag gesperrt?
An diesem Freitag, dem Tag vor der Sperre der Brennerstrecke, ist im österreichischen Bundesland Tirol ein befürchtetes Verkehrschaos vorerst ausgeblieben. "Es ist sehr viel Verkehr, aber momentan fließt er", sagte ein Sprecher des österreichischen Autobahnbetreibers Asfinag der Deutschen Presse-Agentur. In den frühen Morgenstunden habe sich auf der Brennerroute zwischen Italien und Deutschland ein etwa zehn Kilometer langer Stau gebildet, der sich aber wieder aufgelöst habe, hieß es. Am Nachmittag bildete sich ab der österreichischen Mautstelle Schönberg in Richtung Innsbruck zäher Verkehr, hieß es vom österreichischen Verkehrsclub ÖAMTC.
Welche alternativen Routen gibt es?
Nach Angaben des Auto Clubs Europa (ACE) kommen theoretisch einige Alternativen infrage. Da wären zum Beispiel in der Schweiz die Gotthard-Route und der San-Bernardino-Pass. Auch über den Reschenpass kommen Reisende nach Südtirol.
Das Problem: Diese Strecken sind während der Urlaubszeit ohnehin schon stark befahren - und dürften angesichts der Brenner-Sperrung schnell überlastet sein. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) spricht von einer "extrem hohen Staugefahr".
Beim Reschenpass kommen außerdem Bauarbeiten hinzu, die für weitere Einschränkungen sorgen. Bleibt noch die Tauernautobahn. Dort aber hat das Bundesland Salzburg wegen der Brenner-Blockade Abfahrtssperren verhängt, um Ausweichverkehr zu unterbinden.
Welche Folgen hat die Brenner-Sperrung in Baden-Württemberg?
Im Grenzgebiet am Bodensee warnt die Polizei vor den Folgen durch die Sperrung des Brenners. Auch in der Region erwarte man "weitreichende Auswirkungen" auf das Straßennetz, teilte das Polizeipräsidium Ravensburg mit. Konkret müssten sich Autofahrer auf Rückstau auf der Autobahn 96 einstellen, sagte ein Sprecher dem SWR.
Aber auch die Ausweichstrecken in Richtung Ulm und Vorarlberg dürften nach Angaben der Polizei betroffen sein. Grundsätzlich könnten alle Straßen in Richtung Österreich und Schweiz in der Bodensee-Region schnell überlastet sein, so der Polizeisprecher.
Was wird Reisenden geraten?
Die Ravensburger Polizei und weitere Behörden empfehlen Urlaubern, wenn möglich auf einen anderen Reisetag auszuweichen. Nur: Auch an den Tagen vor und nach dem 30. Mai rechnet das Land Tirol mit einem "sehr großen Verkehrsaufkommen". "Das heißt, auch vor und nach den offiziellen Sperrzeiten ist aufgrund der einhergehenden Verkehrsverlagerungen voraussichtlich mit deutlichen Verzögerungen zu rechnen", sagte Enrico Leitgeb, Leiter der Landesverkehrsabteilung der Tiroler Polizei.
Ohnehin dürften lange nicht alle Urlauber ihre Reise einfach verschieben können. Ihnen empfiehlt die österreichische Autobahngesellschaft Asfinag: deutlich mehr Zeit einplanen, Stoßzeiten wenn möglich strikt vermeiden und zähfließenden Verkehr bis zum Stillstand auf Ausweichrouten einplanen. Zudem sollten Autofahrer mit einer ausreichenden Menge an Getränken und einem vollgetankten Fahrzeug unterwegs sein.
Warum wird der Brenner am Samstag gesperrt?
Grund für die Blockade ist eine Demonstration auf der Autobahn. Initiiert hat den Protest der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger. Hintergrund ist die Verkehrsflut am Brenner: Die 15.000 Bewohner des Wipptales, von denen viele in unmittelbarer Nähe von Autobahn und Bundesstraße leben, leiden unter Lärm, Feinstaub und vielen Beeinträchtigungen im täglichen Leben durch häufige Staus auf allen Strecken.
Gesperrt wird am Samstag übrigens nicht nur die Brenner-Autobahn, sondern auch lokale Ausweichstraßen. Nur wer ein Ziel in Tirol hat, darf passieren - und muss das glaubhaft nachweisen. "Die Sperren werden durch die Polizei streng kontrolliert", heißt es vom Land Tirol.
Die Blockade der Autobahn fällt mitten in die Pfingstferien von Bayern und Baden-Württemberg sowie ans Ferienende in Sachsen-Anhalt. Die österreichische Autobahngesellschaft Asfinag schätzt, dass an diesem Tag rund 32.000 Fahrzeuge von der Sperre betroffen sein könnten.
Im Sommer stehen übrigens weitere Demos am Brenner an: Am 27. Juni und am 1. August wird deshalb die Fernpassstraße jeweils von 10 bis 12 Uhr gesperrt - mitten im Ferienverkehr.