Medizinische Versorgung

Klinik in Tettnang schließt am Sonntag: Wie geht es vor Ort weiter?

Schon am Freitag stellt die Notaufnahme ihren Betrieb ein. Bis Sonntag werden alle Patienten entlassen. Leer steht das Klinikgebäude aber erst einmal nicht.

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Von Autor/in Florian Peking

Die Klinik in Tettnang (Bodenseekreis) schließt am Sonntag, 31. Mai, endgültig. Wie es mit dem Krankenhausgelände weitergeht, ist offen. Der neue private Träger des Klinikums Friedrichshafen, AMEOS, hatte vor der Übernahme medizinische Angebote für Tettnang versprochen. Aber vertraglich festgehalten ist das nach Angaben des Landratsamt Bodenseekreis nicht. Die wichtigsten Informationen zur Klinikschließung im Überblick:

Wie lief die letzte Woche in der Klinik ab?

Die Zentrale Notaufnahme der Klinik Tettnang war am Freitag noch bis mittags in Betrieb. Danach wurden keine Patienten mehr versorgt, wie der Medizin Campus Bodensee (MCB) mitteilte. Die letzten Operationen fanden am Donnerstag statt.

Schon in den Wochen und Monaten zuvor waren mehrere Abteilungen am Standort geschlossen wurden: Im Januar machte die Innere Medizin dicht. Und seit Ende März gibt es auch keine Geburtsstation mehr in Tettnang.

Was passiert mit den Patienten?

Besonders viele Patienten hatte die Klinik zuletzt ohnehin nicht mehr. Mitte der Woche waren es noch 25, berichtete eine Sprecherin dem SWR. Patienten, bei denen es medizinisch notwendig war, werden ins Krankenhaus in Friedrichshafen verlegt. Alle anderen stationären Patienten müssen die Klinik spätestens am Sonntagabend verlassen.

Steht das Klinikgebäude künftig leer?

Nein. In dem Gebäude befinden sich nach wie vor das Medizinische Versorgungszentrum der Oberschwabenklinik (OSK) und ein Hals-Nasen-Ohrenzentrum. Sie sind nicht von der Schließung der Klinik betroffen und weiter zu den üblichen Sprechzeiten für ihre Patienten da, heißt es vom MCB. Erreicht werden sie wie gehabt über den Haupteingang.

Was hat der neue Klinikträger mit dem Standort vor?

Das ist unklar. Der neue private Träger des Klinikums in Friedrichshafen ist Ameos, eine Unternehmensgruppe aus der Schweiz. Vor der Übernahme des Klinikums hatte AMEOS angekündigt, in Tettnang "umfassende ambulante medizinische Angebote etablieren" zu wollen. Die "wohnortnahe Gesundheitsversorgung" solle langfristig sichergestellt sein.

In den Verträgen mit dem Bodenseekreis steht davon aber nichts, wie ein Sprecher des Landratsamts dem SWR bestätigte.

Wie geht es mit dem Gelände weiter?

Auch das ist offen. Ein kleines Team kümmere sich um das Gebäude und die Immobilie, sagte die MCB-Sprecherin. Eigentümerin des Geländes ist die Eigenverwaltung des MCB. Am Ende das laufenden Insolvenzverfahrens steht wohl auch ein Verkauf an.

Bei einem Verkauf des Areals haben nach Angaben des Landratsamts der Bodenseekreis und die Stadt Tettnang ein Vorkaufsrecht. Wer aber wie konkret zum Zug kommt - dazu sagen die Verantwortlichen noch nichts.

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Florian Peking
SWR-Redakteur Florian Peking Autor Bild

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