Beschäftigte der Universität und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) legten am Mittwoch in Konstanz ihre Arbeit nieder. Auch Mitarbeiter des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Reichenau beteiligten sich an dem Warnstreik.
Zum Streik aufgerufen hatte die Gewerkschaft ver.di. Laut ver.di nahmen am Vormittag mehr als 100 Streikende an einem Demonstrationszug durch die Innenstadt teil. Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro mehr monatlich.
Streikende: Situation im Öffentlichen Dienst sei "bedrückend"
"Gute Hochschulen gibt es nicht für lau", sagte Johanna Vogt, Mitarbeiterin der Uni Konstanz, dem SWR. Der Streiktag sei für die Beschäftigten der Uni wichtig gewesen. Allerdings habe es auch Kolleginnen und Kollegen gegeben, die nicht mitmachen konnten, weil sie sich einen Tag Lohnausfall nicht leisten könnten, so Vogt. "Da denke ich mir: Wo sind wir angekommen im Öffentlichen Dienst? Das ist schon echt bedrückend", sagte sie.
Die Stimmung unter den Beschäftigten sei bedrückt gewesen, sagte Gabriel Henkes, Sozialarbeiter und Personalratsvorsitzender im ZfP Reichenau. "Von den Verhandlungsführern kommt bisher überhaupt kein gescheites Angebot", kritisierte Henkes.
Zudem ärgerten sich viele seiner Kollegen über die derzeitige Teilzeit-Debatte in der Politik. "Viele Beschäftigte bei uns in der Pflege sind darauf angewiesen, dass sie Teilzeit arbeiten können. Denn sie müssen sich um die Versorgung von Angehörigen kümmern", sagte Henkes. Dass in der Diskussion Teilzeit als "Lifestyle-Vergnügen" dargestellt werde, bezeichnet er als "bodenlose Frechheit".
Gewerkschaft ver.di: Beschäftigte wollen klares Zeichen setzen
Steigende Mieten, Lebensmittelpreise und mehr - das Geld für die Beschäftigten werde knapp, sagte Thomas Weisz, Gewerkschaftssekretär von ver.di Südbaden Schwarzwald. "Da müssen wir den Arbeitgebern ein klares Zeichen setzen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen", so Weisz.
Die Forderungen: Monatlich sollen Angestellte mindestens 300 Euro mehr bekommen. Nachwuchskräfte sollen zudem monatlich 200 Euro mehr bekommen und nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Zudem möchte die Gewerkschaft erreichen, dass der Tarifvertrag auch für studentische Hilfskräfte gilt.