ver.di fordert mehr Lohn für immer höhere Belastungen

ZfP-Beschäftigte in Bad Schussenried, Weissenau und Reichenau legen Arbeit nieder

Am landesweiten Streik der Zentren für Psychiatrie (ZfP) beteiligen sich am Montag auch Mitarbeitende in der Region Bodensee-Oberschwaben. Sie fordern sieben Prozent mehr Lohn.

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Von Autor/in Dirk Polzin

Beschäftigte der Zentren für Psychiatrie unter anderem in Bad Schussenried (Kreis Biberach), Weissenau (Kreis Ravensburg), Reichenau (Kreis Konstanz) und Emmendingen gehen am Montag in einen ganztägigen Warnstreik. Das teilt die Gewerkschaft ver.di mit. Der Grund: Die Beschäftigten müssten bei zu geringem Lohn immer mehr psychisch kranke Menschen betreuen, so die Gewerkschaft. Die Beschäftigten seien wütend über die Ignoranz der Arbeitgeber in den Verhandlungen.

Beruf wird eine immer größere Belastung

Man erlebe seit Jahren eine Zunahme psychischer Erkrankungen, immer öfter auch bei jungen Menschen. Gleichzeitig seien die Reallöhne unter dem Niveau von 2019. Da brauche es ein klares Bekenntnis zum öffentlichen Dienst und eine deutliche Anhebung der Entgelte, erklärt Natale Fontana, Bezirksgeschäftsführer bei ver.di im Bezirk Ulm-Oberschwaben.

ver.di fordert daher sieben Prozent mehr Lohn im Monat, mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken, wie es heißt. Zudem sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen, und die Gehälter von Nachwuchskräften um mindestens 200 Euro. Laut ver.di sind allein in Weissenau und Bad Schussenried mehr als 3.000 Beschäftigte aufgerufen, sich an dem ganztägigen Warnstreik zu beteiligen.

Versorgung der Patienten sichergestellt

Dabei werde es jeweils um 10 Uhr Kundgebungen auf dem Klinikgelände geben. Laut ver.di sind in Weissenau 120 Beschäftigte dabei, in Bad Schussenried 150, um die Arbeitgeber wachzurütteln. Es könne teils zu erheblichen Einschränkungen im Tagesablauf kommen. Die Versorgung von Patienten werde über Notdienstvereinbarungen gewährleistet.

Ver.di hatte zum Streik aufgerufen - auch in Emmendingen streiken die Mitarbeitenden des Zentrums für Psychiatrie
Mitarbeitende des Zentrums für Psychiatrie Emmendingen streiken für bessere Bedingungen. Die Gewerkschaft Ver.di hatte heute landesweit zum Streik aufgerufen.

Auch in Emmendingen streiken rund 100 Pflegende des Zentrums für Psychiatrie am Montag den ganzen Tag. Schon seit Jahren würden die Beschäftigten am Limit arbeiten, betonte der Bezirksgeschäftsführer von Ver.di Südbaden-Schwarzwald, Michael Herbstritt.

Die Warnstreiks finden im Rahmen bundesweiter Arbeitsniederlegungen im Gesundheitswesen statt. Betroffen sind am Montag weitere ZfP-Standorte in Baden-Württemberg in Calw, Zwiefalten (Kreis Reutlingen), Weinsberg (Kreis Heilbronn) und Winnenden (Rems-Murr-Kreis). Dort arbeiten ver.di zufolge rund 10.000 Menschen.

Konstanz

Busse standen still, Fähren blieben in den Häfen Streik im öffentlichen Dienst: Rund 250 Streikende im Kreis Konstanz

Die Gewerkschaft ver.di hatte auch am Dienstag wieder zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen. In der Region Bodensee-Oberschwaben waren besonders Konstanz und Singen betroffen.

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Dirk Polzin
SWR-Redakteur Dirk Polzin Autor Bild

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