Die SWR Landesschau hat die Ehrenamtlichen von der DLRG im Bodenseekreis begleitet und gibt eine Woche lang Einblicke in ihre Arbeit. Ein wichtiger Bereich: die Einsatztaucher, die bergen, was im Bodensee untergeht.
Alexander Bernhardt von der DLRG Bodenseekreis macht die Ausbildung zum Einsatztaucher. Im Herbst will er die Prüfung ablegen. "Ich mache das jetzt seit zwei Jahren, weil hier im westlichen Bodenseekreis noch einige Taucher fehlen", sagt er.
Bedingungen verschärfen sich bei Sturm
Sophia Klebinger, Einsatztaucherin der DLRG Bodenseekreis, begleitet ihn an diesem Tag. "Ich gehe den Weg jetzt weiter: Ich bin nicht nur selber Taucherin, sondern werde auch Taucher ausbilden", berichtet sie.
Sie haben sich einen stürmischen Tag am Seglerhafen von Meersburg ausgesucht. Die anwesenden Experten der DLRG haben das Wetter im Blick. Sollten sich die Bedingungen verschärfen, würde die Übung abgebrochen werden.
Bevor er ins Wasser kann, legt Alexander Bernhardt seine Ausrüstung an. 33 Kilogramm wiegt sie insgesamt. Auch dabei: der sogenannte Hebesack, der bis zu 100 Kilogramm aus dem Wasser heben kann. Größere Hebekissen können sogar bis zu 4 Tonnen nach oben befördern.
Was da so alles im Bodensee vor sich hin dümpelt, ist kaum zu glauben: "Segelschiffe, Autos, Motorräder, Kühlschränke, Tresore, Einkaufswägen, E-Scooter - der See ist voll", sagt Michael Nickl, Ausbilder für die Einsatztaucher der DLRG Bodenseekreis. Wenn die DLRG einen Auftrag zum Bergen bekommt, kriegt sie dafür auch ein kleines Entgelt.
DLRG Bodenseekreis ist Vorreiter für Bergungseinsätze
Alexander Bernhardt muss an diesem Tag erst einmal die Übungsgewichte finden, dann den Hebesack befestigen und danach mit Luft aus der Pressluftflasche befüllen. Und das alles im aufgewühlten Bodensee.
Auf diese Art hat das Team schon einige gekenterte Katamarane, Segelboote und Yachten geborgen. Die DLRG Bodenseekreis ist landesweit Vorreiter für schwierige Bergungseinsätze mit Hebekissen.
Die heutige Übung scheint gelungen: "Das war jetzt schon mal was anderes wie bei ganz ruhigem Wetter. Je mehr das den See durchwirbelt, desto schlechter sieht man auch unter Wasser", sagt Alexander Bernhardt wieder an Land.
Auch seine Ausbilderin Sophia Klebinger ist zufrieden: "Er hat wirklich alle wichtigen Punkte befolgt, vor allem die sicherheitstechnischen Sachen. Zum Beispiel Abstand zu nehmen vom Hebesack, sobald der sich bewegt. Sah sehr gut aus", sagt sie. Eine gute Nachricht, denn Einsatztaucher werden bei der DLRG im westlichen Bodenseekreis dringend gebraucht.