Ob im Bodensee, in Badeseen, in Flüssen oder bei Hochwasser: Die Wasserretter von der DLRG sind im Einsatz, wenn es ernst wird. Die SWR-Landesschau hat die Ehrenamtlichen begleitet und zeigt eine ganze Woche lang ihren spannenden Alltag. Nachdem es in der ersten Folge um die Rettung aus dem Bodensee ging und in der zweiten Folge um die Förderung des Nachwuchses, zeigt die dritte Folge wie die ehrenamtlichen Lebensretter ihren Einsatz bei Hochwasser trainieren.
Ein kleiner Fluss wird zum reißenden Strom
Im Juni 2024 verwandelte sich die Schussen in Meckenbeuren binnen Stunden in einen gefährlichen Strom. Das Hochwasser zerstörte Keller, riss Autos mit und brachte Menschen in Lebensgefahr. Die DLRG Bodenseekreis war damals im Dauereinsatz. Drei Tage lang retteten sie Menschen, sicherten Häuser und kämpften gegen die Wassermassen.
Das Wasser hat eine unglaubliche Kraft - in Kellern schwimmen Leben an einem vorbei.
Gefährliche Einsätze in starken Strömungen
Regelmäßig trainiert die DLRG solche Einsätze, wie heute in Weiler an der Schussen. Bei einem Übungsszenario ist ein Auto mit zwei Personen in die Schussen gerutscht. „Bleiben Sie ruhig, wir holen Sie raus“, beruhigen die Retter die Insassen. Bei starker Strömung reicht schon kniehohes Wasser, um ein Fahrzeug wegzuschwemmen. Das kann bei der Retttung gefährlich werden.
Die größte Herausforderung besteht darin, dass das Fahrzeug abtreibt oder sich die Insassen oder die Retter im Fahrzeug einklemmen.
Tauchen für den Ernstfall
Alexander Bernhardt arbeitet seit sieben Jahren in der Strömungsrettung. Um für alle Situationen gerüstet zu sein, bildet er sich auch zum Einsatztaucher aus. Dafür übt er Apnoe-Tauchen im Bodensee – ohne Sauerstoffflasche. Mit einem Atemzug muss er zehn Meter tief tauchen und eine Aufgabe lösen. „Das ist anspruchsvoll, aber mit Ruhe und Training machbar“, sagt Alexander Bernhardt. Der Tauchausbilder der DLRG Bodenseekreis, Michael Nickl, ist zufrieden: „Das ist Prüfungsniveau. Das macht er sehr gut.“
Teamarbeit rettet Leben
Zurück zur Schussen: Alexander Bernhardt und Sofia Klebinger bergen die Verletzten aus dem Auto. „Jeder Handgriff sitzt, das beruhigt“, sagt Wasserretterin Sofia Klebinger. Ob versunkene Autos, gekenterte Kanus oder Menschen im Hochwasser – die Strömungsrettung wird immer wichtiger. Solche Einsätze wie beim Hochwasser im Juni 2024 in Meckenbeuren sind anstrengend und riskant, doch die Retter wachsen auch daran. „Danach ist der Zusammenhalt und der Umgang miteinander ein ganz anderer", beschreibt Marcel Freivogel.
Man merkt, wie einen das zusammenschweißt. Man spürt wirklich diese Kameradschaft, die da entsteht.
Beim nächsten Einsatz begleitet das DLRG-Team vom Bodenseekreis 200 Schwimmer durch den Bodensee. Die Folge vier der Serie "Die Wasserretter vom Bodensee" läuft am Donnerstag ab 18.15 Uhr in der Landesschau Baden-Württemberg.