Von Dreikönig bis Aschermittwoch, so lange dauert für viele Narren und Närrinnen die beste Zeit des Jahres. Deshalb wurde der Beginn der fünften Jahreszeit vielerorts gebührend gefeiert, auch in der Region Bodensee-Oberschwaben.
Beim Einschnellen der Fastnacht werden sogenannte "Karbatschen" geschwungen
Kaum zu überhören war die Freude der Narren zum Beispiel in Überlingen, Meersburg und Immenstaad (alle Bodenseekreis). Dort hat an Dreikönig das traditionelle "Einschnellen" stattgefunden. Dabei knallen die Narren mit ihren Karbatschen. Das sind spezielle Peitschen, die mit der richtigen Technik einen lauten Knall erzeugen.
Knapp 100 Hänsele schwangen zu den Klängen des Narrenmarsches ihre Karbartschen in der Überlinger Altstadt. Noch traten die Hänsele in zivil, also ohne Kostüm auf. Das dürfen sie traditionsgemäß erst ab dem Schmotzige Dunschtig anlegen.
In Wangen und Konstanz zogen die Narren von Haus zu Haus
In Oberschwaben heißt die Tradition am Dreikönigstag "A'schelle". Die Narren zogen dabei zum "Häsabstauben", also dem Abstauben der Verkleidung, von Haus zu Haus. Interessierte konnten sich für einen Besuch der Narren anmelden.
Die Konstanzer Narren feierten den Fastnachtsstart am Abend mit einem Umzug. Sie zogen vom Schnetztor aus durch die Stadt. Gleich zweimal wurde unterwegs die Fastnacht ausgerufen. Außerdem wurde in Konstanz im Wald die sogenannte Riedhexe erweckt.
An Dreikönig wurde die Fastnacht auch mit Saalveranstaltungen begrüßt
Fastnachtszeit ist Mundartzeit, und in Bad Waldsee (Kreis Ravensburg) wird das Abstauben der Häser am Abend als "Gschellabstauba" zelebriert. Mit einer ersten Zunftversammlung starteten die Narren und Närrinnen dort aber bereits am Vormittag in die gut mit Terminen gefüllte Fastnachtszeit 2026.
Denn noch vor dem "Schmotzigen" am 12. Februar gibt es in der Region Bodensee-Oberschwaben große Narrentreffen. So versammeln sich am 1. Februar die Narren der Region Allgäu-Oberschwaben in Lindau. Schon am 23. Januar geht es für viele begeisterte Fastnachterinnen und Fastnachter außerdem nach Stockach (Kreis Konstanz).
Markus Söder wird vom Stockacher Narrengericht angeklagt
Nach Stockach richteten sich auch am Dreikönigstag die Blicke der Fastnachts-Fans. Dort wurde abends der Beklagte für das nächste Narrengericht verkündet. Das Gericht beruft sich auf ein Privileg aus dem Jahr 1351. Jedes Jahr muss sich dort eine prominente Politikerin oder ein Politiker vor den Narren verantworten. In diesem Jahr muss sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor dem Narrengericht verantworten.