In Riedlingen (Kreis Biberach) findet am letzten Tag der Fastnacht das traditionelle Froschkuttelnessen statt. Als Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg ist wieder Winfried Kretschmann (Grüne) zum Froschkuttelnessen gekommen. Nach den Ereignissen von Mannheim fand die Veranstaltung mit der gebotenen Zurückhaltung statt. Die Zunft legte zu Beginn eine Gedenkminute für die Opfer in Mannheim ein. Ministerpräsident Kretschmann rutschte im Anschluss an das Essen außerdem nicht mit den anderen, wie sonst üblich, auf einer Holzrutsche auf den Marktplatz hinab.
Kretschmann betonte aber im Gespräch mit dem SWR, wie wichtig die Fastnacht für den Zusammenhalt der Gesellschaft sei.
Das alles dient dem Zusammenhalt der Gesellschaft. Das ist auch der Sinn der Fasnet, dass wir zusammenleben und feiern.
Das gehöre zu unserem Alltag dazu. Darum sei er in Riedlingen, um ein Zeichen zu setzen: "Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir halten zusammen."
Froschkuttelnessen - fast 200 Jahre Tradition in Riedlingen
Das Froschkuttelnessen in Riedlingen hat eine lange Tradition. Nach Angaben der Narrenzunft Gole gibt es den kulinarischen Höhepunkt der Fastnacht bereits seit 1829. Der Tag startet zunächst mit einer Männer-Polonaise durch die Straßen der Riedlinger Innenstadt. Im Rathaus gibt es dann Wein und Froschkutteln. Dabei handelt es sich um Innereien - vor allem vom Rind. Frauen sind bei dem Essen ausgeschlossen. Sie feiern in der Zwischenzeit für sich.
Später geht es für die Frauen in den sogenannten Hemdglonkern vor das Rathaus. Dort verlassen die Männer das Gebäude über eine Holzrutsche. Nachmittags findet in der Stadt ein großer Umzug statt.