- Feuertanz und Hexenverbrennung Offenburg
- Narrenumzug in Tettnang
- 8.000 Narren in Villingen - Tausende genießen den Zug
- Weißnarren in Zimmern unter der Burg
- Eier sammeln in Hirrlingen
- Froschkuttelnessen in Riedlingen
- Bach-na-Fahrt in Schramberg
- Lumpenmontag in Hechingen
- Narrensprung Rottweil
- Tolle Stimmung auch bei Umzügen in Wangen und Ravensburg
- Katzenmusik Gammertingen
Der schaurig-mystische Feuertanz und die Hexenverbrennung in Offenburg gehören zu den Höhepunkten der Straßenfastnacht in der Ortenau. Hunderte Närrinnen und Narren kamen dazu noch einmal zusammen. Wie in jedem Jahr ging es mit dem Einbruch der Dunkelheit los. Feuerwerker der Hexenzunft setzten vor dem Rathaus in Offenburg (Ortenaukreis) die Strohhexe in Brand und eröffneten damit den Tanz mit den Flammen. Auf ihren Reisigbesen setzten die Hexen zu waghalsigen Sprüngen über das Feuer an, begleitet vom altbekannten Ruf: "Schelle, Schelle, Sechser, alli alti Hexe, Narro!" Damit war die närrische Jahreszeit in Offenburg allerdings noch nicht ganz zu Ende: In den Kellergewölben der Hexekuchi wird traditionell noch bis Mitternacht gefeiert.
Narrenumzug in Tettnang bei Sonnenschein
Drei Stunden lang bei Sonnenschein feierten die Närrinnen und Narren am Dienstag noch einmal die Fastnacht in Tettnang (Bodenseekreis). 61 Narrenzünfte und Musikkapellen waren dabei. Der Fanfarenzug Montfort hatte um Punkt 14 Uhr den Umzug angeführt. Von allen Seiten riefen die Närrinnen und Narren "Montfort - Jehu!", den Narrenruf der Montfortstadt. Mit dabei waren auch die Tettnanger Hopfen-Masken: der Hopfennarr, der hat lauter Hopfendolden am Häs, dann die Rote Spinne, das ist die Böse, der Schädling, der den Hopfen bedroht, und am Ende die Hopfensau mit Schweinsmaske.
Polizei mit Verlauf der Fasnet zufrieden
Die Polizeipräsidien Ravensburg und Konstanz haben eine positive Fastnachts-Bilanz gezogen. Gemessen an der Gesamtzahl der Teilnehmenden könne von einer überaus friedlichen und zufriedenstellenden Fasnet gesprochen werden, so Polizeipräsident Uwe Stürmer. Trotz großer Menschenansammlungen musste die Polizei in den Kreisen Ravensburg, Bodensee und Sigmaringen vergleichsweise selten einschreiten. Und wenn, dann handelte es sich meist um Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Diebstähle - oft in Folge von zu viel Alkohol. Außerdem wurden sechs sexuelle Übergriffe angezeigt.
Ähnlich viele Übergriffe verzeichnete das Polizeipräsidium Konstanz, das auch für die Kreise Tuttlingen, Schwarzwald-Baar und Rottweil zuständig ist. Vereinzelt seien außerdem Platzverweise ausgesprochen und Menschen in Gewahrsam genommen worden.
8.000 Narren in Villingen - Tausende genießen den Zug
In Villingen standen am Dienstagnachmittag tausende Zuschauer am Straßenrand und genossen den Großen Zug der Zuggesellschaft durch die historische Innenstadt.
Laut Veranstalter nahmen über 8.000 Hästräger der Narrenzünfte und Vereinigungen aus Villingen und Umgebung teil. Der Zug dauerte bis etwa 17 Uhr.
Die Weißnarren in Zimmern unter der Burg
Letzte Runde bei den Umzügen: Bei strahlendem Sonnenschein sind am Dienstag nochmal viele Zünfte und Gruppen an ihrem Publikum vorbeigezogen. Pünktlich um 11:11 Uhr - so will es der Brauch - liefen auch in Zimmern unter der Burg (Zollernalbkreis) über 60 Weißnarren los. Mitten durchs Dorf, und immer wieder haben sie vor einzelnen Häusern eine kleine Pause eingelegt. Ihr Geschell wiegt stattliche 20 Kilogramm. Damit sie auch gleichmäßig jucken, gibt der Obernarr vorne mit einem Stock den Takt vor.
Spiegeleier in Hirrlingen
Eiersammeln an der Fasnet? Ja, das gibt es. In Hirrlingen (Kreis Tübingen) machen sie das schon seit über hundert Jahren: Eiersammeln am Fasnetsdienstag. Etwa 50 Musikanten zogen am Dienstagmorgen durch den Ort, klingelten an den Haustüren und baten um Eier. Bis zu 800 Stück kommen da üblicherweise zusammen. Damit man sie gut transportieren kann, werden sie mit Leiterwagen transportiert. Schon am Nachmittag landeten die Eier dann in Form von Rühr- oder Spiegelei in den Mägen derer, die dafür so schön viel Musik gemacht hatten.
Froschkuttelnessen in Riedlingen
Das muss man mögen: Froschkutteln. Ein Gericht, bei dem Innereien verkocht sind, vor allem von Rindern. Viele Riedlinger und Gäste mögen das rustikale Gericht aber sehr und kamen am Fastnachtsdienstag gerne nach Riedlingen (Kreis Biberach), auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Mit Blick auf die Ereignisse in Mannheim sagte er, die Fastnacht sei wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft:
Alter Fastnachtsbrauch am Dienstag In Riedlingen waren wieder Froschkutteln auf den Tellern der Narren
Für die einen ein Graus, für die anderen eine Delikatesse - bei den Narren in Riedlingen stand wieder das Froschkuttelnessen an. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann war dabei.
Und das war am Montag los:
Bach-na-Fahrt in Schramberg
In Schramberg (Kreis Rottweil) fiel kurz nach 13 Uhr der Startschuss für die da-Bach-na-Fahrt. Dann wurden die ersten Zuber zu Wasser gelassen. In aller Ruhe konnte man sie allerdings schon vorher beim sogenannten Zuber-Umzug begutachten.
Damit die Zuber auch gut in die Schiltach gelangten, half die Feuerwehr. Die war auch zur Stelle, wenn einer der Zuber kenterte. Auf die gekenterte Besatzung – wie auch auf alle anderen Bach-na-Fahrer - wartete am Ende ein Heißgetränk zum Aufwärmen. Etwa 30.000 Zuschauer haben in diesem Jahr die Bach-na-Fahrt vom Ufer aus genossen.
In Hechingen ziehen Lumpen um die Häuser
Termine, Pflichten, Hausaufgaben? In Hechingen (Zollernalbkreis) Fehlanzeige. Denn am Lumpenmontag lebt man zwanglos in den Tag hinein, trägt die alten Klamotten und zieht mit anderen Lumpen fröhlich um die Häuser. Wer will, verkleidet sich, kommt in die Stadt und ist dabei. Eine echte Straßenfasnet, die man mit der "Original Hechinger Lumpenmusik" auch hören kann. Und der Proviant der Lumpen - ob flüssig oder fest - wird natürlich auch verteilt.
Sonne auch beim Narrensprung in Rottweil
Pünktlich mit dem Acht-Uhr-Schlag ging´s los: Vier Reiter hoch zu Ross ritten durchs historische Schwarze Tor. Damit konnte der traditionsreiche Rottweiler Narrensprung beginnen. Auch der darauf folgende, über drei Meter hohe Fasnetsengel hat die vielen Zuschauer wieder begeistert. Sie klatschten, jubelten, lachten. Es sind die alten und beliebten Rituale: Die Peitschen "klepfen", der Federahannes springt mit seinem hohen Stab, das Geschell sorgt für die akustische Kulisse. Über zweitausend Narren waren in Rottweil dabei, und sie haben den ganzen Tag über die unzähligen Besucher bei bestem Wetter unterhalten.
Tolle Stimmung bei Umzügen in Ravensburg und Wangen
Mit einem Kanonenschlag hat am Montagvormittag in Ravensburg der große Umzug begonnen. "Kolba hoch – Verio!" riefen die Närrinnen und Narren bei strahlendem Sonnenschein. Viele hatten sich schon vor dem Umzug in einer der Gaststätten in Stimmung gebracht. Eingeladen hatte die Ravensburger Schwarze Veri Zunft: 63 Narren- und Musikgruppen waren mit dabei. Knapp drei Stunden zogen sie durch die Stadt. Dazu kamen tausende Zuschauerinnen und Zuschauer.
Auch Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg) bot eine prächtige Kulisse für die tausenden Närrinnen und Narren aus der Region Bodensee-Oberschwaben. Entsprechend viel Publikum sah dem närrischen Treiben zu. Der Umzug durch die Straßen der historischen Altstadt mit ihren bunten Häuserfassaden gilt als ein Highlight in der Gegend.
Frühe Katzenmusik in Gammertingen
So, jetzt aber: raus auf die Gass! In Gammertingen (Kreis Sigmaringen) war die Katzenmusik schon am frühen Morgen unterwegs. Rund hundert Narren waren es, die Hemadglonker zum Beispiel oder die Hanswurste mit ihren Saublodern. Weil die Narrenfigur Horige Katz auch Musik macht, war also jede Menge - na klar - Katzenmusik zu hören. Das Wecken am Rosenmontag ist in Gammertingen eine sehr alte Tradition. Die Leute im Ort kennen es also und stellen den Narren gerne was zum Schnabulieren vor die Tür.