Überraschung bei der Bürgermeisterwahl in Bad Wurzach: Der parteilose Rechtsanwalt Florian Schiller hat sich mit 53,9 Prozent der Stimmen direkt im ersten Wahlgang durchgesetzt. Die bisherige Amtsinhaberin Alexandra Scherer (CDU) erreichte 30,9 Prozent der Stimmen und wurde damit nach acht Jahren im Amt abgewählt.
Florian Schiller hat Erfahrung als Insolvenzverwalter
Florian Schiller ist 51 Jahre alt, lebt in Konstanz und arbeitet in Singen. Im Gespräch mit dem SWR sagte er, wie erleichtert er sei über den Wahlerfolg. Er hatte am Sonntag von einem "Glücksgefühl ohne Ende" gesprochen. Im SWR-Gespräch am Montag sagte er, dass es sehr berührend gewesen sei, als mehrere hundert Menschen ihm applaudiert hätten.
Teil seines Wahlerfolges sei Bürgernähe gewesen, gepaart mit seinen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Schiller sei im Wahlkampf nicht nur im Kernort Bad Wurzach, sondern auch in den Teilorten präsent gewesen, habe den Menschen zugehört. Eine große Baustelle in Bad Wurzach sieht er im Kurbetrieb, der in finanzielle Schieflage geraten sei.
Aber natürlich der Kurbetrieb, dort müssen wir schauen, dass die Weichen sehr, sehr schnell gestellt werden.
Die Wählerinnen und Wähler hätten in ihm als Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter einen Experten gesehen, der dieses Problem in den Griff bekommen werde, so Schiller.
Schiller sieht Investitionsstau in Bad Wurzach
Welches das erste Problem sei, das er nach seinem Amtsantritt Mitte Juli anpacken werde, wisse er noch nicht. Dafür müsse er sich erst einmal einarbeiten. Bei seiner Wahlkampftour durch die Dörfer habe Schiller gemerkt, dass Bad Wurzach einen großen Investitionsstau habe. Unter anderem müssten Kindergärten, Turnhallen und Straßen saniert werden.
Es ist wirklich ein großer Berg an Investitionsstau, den wir jetzt abarbeiten müssen.
Da müsse man priorisieren: wo sei es am drängendsten und was lasse sich in kurzer Zeit umsetzen.
Schiller lebt derzeit noch in Konstanz und hat eine Rechtsanwaltskanzlei in Singen (Kreis Konstanz). Aufgewachsen ist er aber in Bad Wurzach. Er freue sich darauf, in seine Heimat zurückzukehren. Für Schiller sei klar gewesen, dass er sich nur in dieser Gemeinde für das Bürgermeisteramt bewerben würde.
Ich mag die Wurzacher und ihre Teilorte. Dieser Menschenschlag liegt mir einfach am Herzen.
Jetzt könne er es gar nicht abwarten, mit der Arbeit als Bürgermeister zu beginnen.