Am Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee in Bavendorf (Kreis Ravensburg) ist ein neues Forschungsgewächshaus eingeweiht worden. Seit Oktober 2024 liefen die Bauarbeiten an dem mehr als 400 Quadratmeter großen Gebäude. Es hat 2,5 Millionen Euro gekostet und wurde vom Land Baden-Württemberg finanziert.
Ziel des Gewächshauses ist es, die Grundlagenforschung zum Obstbau voranzutreiben, wie Manfred Büchele, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums sagt. Mithilfe des Gewächshauses können die Forscher eine Vielzahl an Versuchen an Obstbäumen vornehmen, ohne dass zum Beispiel das Wetter die Ergebnisse verfälscht.
Gewächshaus soll Forschung an Krankheiten erleichtern
Robert Bischoff, Fachbereichsleiter für Pflanzenschutz am Kompetenzzentrum, nennt ein Beispiel: Ein großes Problem für die Obstbauern am Bodensee sei der Apfelschorf. Das ist ein pilzlicher Krankheitserreger, der die Blätter und Früchte der Bäume befällt. "In diesem Gewächshaus können wir Klimabedingungen und auch Infektionsbedingungen nachstellen", sagt er.
Die Forscher können laut Bischoff also genau simulieren, wie sich die Krankheit optimal ausbreitet. Um im nächsten Schritt herauszufinden, welche Mittel sich gut gegen den Apfelschorf eignen. Dabei gehe es auch darum, im Sinne eines nachhaltigen Obstbaus zukünftig möglicherweise weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen zu können, so Bischoff.
Neues Gewächshaus: Land fördert die Forschung im Obstbau
Zur symbolischen Schlüsselübergabe für das Gewächshaus am Freitag war auch Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) gekommen. "Der Obstbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Baden-Württemberg und spielt eine wichtige Rolle für die Sicherung einer lokalen Nahrungsmittelversorgung", so Hauk. Das neue Forschungsgewächshaus sei ein wichtiger Schritt für den nachhaltigen Obstbau im Land. Es solle dazu beitragen, die Produktion von gesundem und hochwertigem Obst zu sichern.