Archäologischer Sensationsfund am Bodensee

4.000 Jahre altes Bronzezeit-Grab in Singen entdeckt

In Singen-Bohlingen im Landkreis Konstanz haben Archäologen Funde aus der Bronzezeit gemacht, die sie für eine kleine Sensation halten. Auf einer Baustelle wurde ein Grab entdeckt.

Teilen

Stand

Von Autor/in Steffen Mierisch

Ein außergewöhnlicher archäologischer Fund sorgt derzeit im Landkreis Konstanz für Aufsehen. Bei routinemäßigen Bauarbeiten in einem Neubaugebiet in Singen-Bohlingen sind Fachleute auf ein über 4.000 Jahre altes Grab aus der frühen Bronzezeit gestoßen.

Kreisarchäologe Jürgen Hald hatte am Montag auffällige Steine im Untergrund bemerkt, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes Konstanz am Donnerstag. Was zunächst wie gewöhnliche Geröllhaufen gewirkt habe, entpuppte sich als Teil einer bronzezeitlichen Grabstätte. Der Fund offenbart nicht nur Details zur Bestattungspraxis, sondern auch Einblicke in die frühe Besiedlung am Bodensee.

Zwei Männer sitzen auf einer archäologischen Grabung auf dem Boden.
In Singen-Bohlingen haben Archäologen ein Grab aus der Frühbronzezeit gefunden, in dem sich auch ein Halsring aus Bronze befand. Pressestelle Landratsamt Konstanz

Spektakulärer Fund: Ösenhalsring aus Bronze

Besonders hervor sticht der Fund eines sogenannten Ösenhalsrings aus Bronze, heißt es. Er habe im Kopfbereich der Bestattung gelegen und könne in die frühe Bronzezeit um etwa 2.000 v. Chr. datiert werden.

Die Lage des Schädels im Grab - nach Norden ausgerichtet - deute laut aktueller Forschung darauf hin, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen Mann handelt.

Diese Art der Beisetzung in Hockerlage (mit angewinkelten Beinen) sei typisch für die Frühbronzezeit. Männer wurden mit dem Kopf nach Norden, Frauen nach Süden gebettet, so die Archäologen.

Ein Mann hält einen handtellergroßen Ring aus Bronze.
Kreisarchäologe Jürgen Hald hält einen Halsring aus Bronze, den er in einem 4.000 Jahre alten Grab gefunden hat. Pressestelle Landratsamt Konstanz

Historischer Kontext: Bodenseeregion vor 4.000 Jahren

Der Fund ergänze bereits bestehende archäologische Erkenntnisse. Bereits 2017 wurden im angrenzenden Gebiet neun weitere Gräber aus derselben Zeitperiode entdeckt. Funde aus der Frühbronzezeit seien selten, so Kreisarchäologe Hald. Dieser neue Nachweis sei ein bedeutender Mosaikstein zur Erforschung der Besiedlungsgeschichte am westlichen Bodensee.

Die archäologischen Arbeiten seien zügig durchgeführt worden, heißt es vom Landratsamt Konstanz. Bereits nach zwei Tagen seien die Untersuchung abgeschlossen gewesen.

Bodman-Ludwigshafen

Römische Bronzemünze und Tonscherben Mittelalterliche Siedlung in Bodman-Ludwigshafen entdeckt

Bei Baggerarbeiten in Ludwigshafen am Bodensee sind Archäologen auf eine mittelalterliche Siedlung gestoßen. Eine dabei gefundene Münze gibt Rätsel auf.

Riedlingen

Eine archäologische Sensation Vollständig erhaltene keltische Grabkammer bei Riedlingen vorgestellt

Auf einem Acker bei Riedlingen haben Archäologen eine keltische Grabkammer aus Holz gefunden. 2.600 Jahre alt und vollständig erhalten.