An einer Felswand in Biberach wird aktuell ein großes Stahlnetz angebracht. Das Steinschlagschutznetz ist aus hochfestem Stahldraht. In gut drei Meter breiten und über 20 Meter langen Bahnen wird es an zuvor angebrachten Bodenankern heruntergelassen. An Seilen gesichertes Montagepersonal verbindet die einzelnen Bahnen, insgesamt 90 Stück, zu einem Netz. Es wird fast so groß wie ein Fußballfeld. Im April soll es fertig sein.
Gestein sicher nach unten abweisen
Das Netz wirke wie ein Vorhang, erklärt Matthias Schühle vom städtischen Tiefbauamt. Abstürzende Brocken und Geröll würde die Konstruktion in einen von einem Erdwall begrenzten sogenannten Fang leiten. Hier würde die Energie absorbiert und die Brocken blieben liegen.
Die Vorbereitungsarbeiten hatten im Spätherbst 2025 begonnen. Nachdem der Abhang oberhalb der ehemaligen Kiesgrube an der Ulmer Straße in Biberach von Buschwerk befreit worden war, begann eine Spezialfirma 60 Bodenanker jeweils zwölf Meter tief in den Boden zu rammen.
Stadt Biberach kostet Hangsicherung knapp eine Millionen Euro
Jeder einzelne dieser Anker halte eine Last von mindestens 55 Tonnen, so Stadtsprecherin Andrea Appel. Die Bohrungen hätten länger gedauert als geplant, weil hier mit sogenanntem Nagelfluh eine betonharte Mischung aus fest zusammengebackenen Kieselsteinen im Grund sei. Das habe die Arbeiten beträchtlich verzögert.
Der Steilhang der ehemaligen Kiesgrube in der Ulmer Straße in Biberach muss gesichert werden, nachdem vor sechs Jahren ein Felsbrocken mit dem Gewicht von etwa 10 Lastwagen aus 40 Metern Höhe ohne gravierende Folgen heruntergestürzt war. Die Stadt Biberach beziffert die Kosten der Hangsicherung mit rund 800.000 Euro.