Das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen (Bodenseekreis) nutzt die Schließzeit während der Wintermonate für besondere Renovierungsmaßnahmen: 3.000 Pfähle werden erneuert.
Es geht um morsch gewordene Palisaden, die das nachgebaute Steinzeitdorf begrenzen. Der Großteil der Arbeiten ist aber schon geschafft. Dabei kam erstmals eine besondere Maschinen zum Einsatz, so Museumsleiter Gunter Schöbel gegenüber dem SWR, die die Pfähle mit Hydraulik in den Seeboden gestoßen hat. Zuerst hatte der Südkurier berichtet.
Frost zu Jahresbeginn ideal für Austausch der Pfähle im Bodensee
Die Bedingungen für die Arbeit mit der Maschine waren ideal. Bis vor Kurzem war der Boden durch eine längere Frostperiode hart genug und damit befahrbar. Außerdem war der Pegel des Bodensees niedrig. Jetzt ist der Boden aufgetaut und der Wasserstand gestiegen, deswegen erledigen Menschen statt Maschinen den Rest der Renovierung.
Witterung am Bodensee setzt dem Holz der Pfähle zu
Die Pfähle der Palisaden zu ersetzen ist nötig, weil diese über die Jahre durch die Witterung angegriffen werden, so Schöbel. Der Wasserstand des Bodensees schwanke, die Pfähle stünden mal im und mal außerhalb des Wassers. Dazu Hitze im Sommer, Frost im Winter - das setze dem Holz zu. Zehn bis 15 Jahre halten Pfähle in der Regel.
Rund 75.000 Euro kostet die Erneuerung. 50.000 Euro kommen aus dem Welterbefonds des Landes, der UNESCO-Welterbestätten unterstützt. Den Rest muss das Museum selbst aufbringen.
Wichtige Arbeiten im Pfahlbaumuseum vor dem Saisonstart
Morsche Pfähle zur ersetzen dient auch der Sicherheit der Besucher, die sich über Stege zwischen den Häusern, die Bauten der Steinzeit nachempfundenen sind, bewegen. Die neue Saison im Pfahlbaumuseum startet Ende März. Auch in diesem Jahr werden zwischen 250.000 und 300.000 Besucherinnen und Besucher erwartet.