In Friedrichshafen ist ein neues Flugangebot gestartet: Der erste Flug der neuen Airline "Flyvbird" - die seit Kurzem unter dem Markennamen VINI auftritt - hat erfolgreich abgehoben. Das Startup bietet Flüge "auf Abruf" an.
"Die Idee ist schon vor vielen Jahren entstanden. Als ich damals die Skyway Airlines in Bern aufgebaut habe, habe ich mir gedacht, es muss doch Mobilität nochmal ganz anders funktionieren", sagte Geschäftsführer Tomislav Lang dem SWR am Montag.
Ein neuer Anfang für Regionalflüge in Deutschland
Um 7:30 Uhr ist eine Cessna mit neun Passagieren vom Bodensee-Airport abgehoben. Etwa 90 Minuten später landete sie am Flughafen in Mönchengladbach.
Mit dem Auto - so rechnet der Geschäftsführer des Stuttgarter Startup-Unternehmens "Flyvbird" vor - würde die Fahrt nach Mönchengladbach rund siebeneinhalb Stunden dauern. Für die Strecke verlangt die Airline ab 150 Euro pro Person. Gepäck kostet extra.
Flüge "auf Abruf" am Bodensee-Airport vor allem für Geschäftsleute
Das Angebot richtet sich besonders an Geschäftsleute, erklärt Lang. Neben Mönchengladbach sollen Flüge nach Hamburg, Strausberg bei Berlin und Münster-Osnabrück möglich sein. Auch andere Strecken kann "Flyvbird" anbieten, wenn genug Passagiere mitfliegen. Das Konzept: flexibel auf Wünsche der Kunden reagieren. So will das Startup innerdeutsche Verbindungen attraktiver und schneller machen.
Start-up aus Stuttgart Neue Airline bietet innerdeutsche Flüge am Flughafen Friedrichshafen - auf Abruf
Ab September können Passagiere vom Flughafen Friedrichshafen nach Frankfurt, Hamburg oder Münster fliegen. Das Konzept der Airline ist ungewöhnlich.
Flüge "auf Abruf": Weg aus der Krise für den Flughafen Friedrichshafen?
Der kriselnde Flughafen in Friedrichshafen erhofft sich durch das neue Angebot an innerdeutschen Flügen, neue Kunden gewinnen zu können. Das hänge allerdings auch vom Erfolg des Startup-Unternehmens ab. Fraglich bleibt aber, ob sich durch dessen Start- und Landegebühren der Schuldenstand des Bodensee-Airports verringern wird. Der belief sich Ende letzten Jahres auf mehr als vier Millionen Euro. Die Stadt Friedrichshafen musste den Flughafen Anfang 2025 mit einem Millionenzuschuss stützen.
Auch der Geschäftsführer des Bodensee-Airports, Claus-Dieter Wehr, äußerte sich am Montag: "Vor allen Dingen freue ich mich und bin glücklich, dass diese Weltpremiere hier in Friedrichshafen stattfindet." Er betonte im Gespräch mit dem SWR: "Es ist wirklich was komplett Neues. Es wird mit Linienflügen gestartet, aber letztendlich die Geschäftsidee ist ja quasi, der Uber der Flüge zu sein."
Erste Stimmen der Passagiere
Auch die ersten Fluggäste zeigten sich am Montag zufrieden. Einer von ihnen sagte dem SWR: "Mit der Bahn bis zu sieben Stunden und mit dem Auto weiß man auch nie - Stau hin und her. So kommt man sicher nach ungefähr einer Stunde, anderthalb an."
Ein anderer Passagier ergänzte: "Ich finde es sehr innovativ. Das ist ja kein normaler Linienflug, den man so bucht, sondern es geht nach Angebot und Nachfrage. Ich bin da sehr aufgeschlossen."