Feuer, Musik und Gebet: In Singen feiern gläubige Hindus das Jahresfest für ihren Gott Ganesha. Neben Stuttgart gilt Singen (Kreis Konstanz) als eines der wichtigsten Zentren des Hinduismus im Land. Viele Hindus aus Sri Lanka und Indien haben sich hier eine Existenz aufgebaut.
Vor dem Tempel in Singen bereiten sich die Männer auf die große Prozession vor. Einer von ihnen ist Sahiththiyan aus Radolfzell (Kreis Konstanz). Er ist in Deutschland aufgewachsen und kommt regelmäßig zum Tempel. Seine Kollegen fragen ihn immer nach dem Tempel, "wie er aufgebaut wurde, was wird dort machen", erzählt er. "Da bin ich schon stolz."
Ganesha, der Freund des Menschen
Dann beginnt die Prozession: Auf zahllosen Armen und Schultern wird die Statue des Gottes Ganesha ins Freie getragen. In ihrer Religion gilt er als Freund der Menschen. Gemeinsam ziehen die Gläubigen einen zwei Tonnen schweren Prozessionswagen um den Tempel. Fast jeder hilft mit, egal ob alt oder jung. "Wir lassen jeden hier ran. Es ist nicht so, dass diese oder jener da ran darf. Jeder darf mitmachen", erzählt Sansitha Mahenthiran aus Gailingen (Kreis Konstanz).
Tempel-Gründung vor 25 Jahren
Der Tempel in Singen wurde vor 25 Jahren gegründet. "Der nächste Tempel war damals in Stuttgart. Das war viel zu weit weg gewesen. Und damals haben wir hier mit 20 Mitgliedern angefangen. Jetzt haben wir über 200 Gemeindemitglieder", erzählt Dharma Vivekachandran vom Tempelverein.
Auch wenn die Prozession anstrengend ist, für Sahiththiyan gehört sie einfach dazu. "Aber es macht uns schon Spaß", erzählt er. Danach geht es für ihn direkt weiter: Kochen helfen für die Gäste. Denn das Fest der Hindus in Singen dauert noch bis Dienstag.