Sie waren laut und bunt: Mit Pauken und Trompeten, Rasseln und Rätschen sind Närrinnen und Narren am Donnerstag durch die Gassen gezogen. Sie befreiten Schulen, stürmten Rathäuser und stellten Narrenbäume auf. Mit dem "Schmotzigen" oder "Gumpigen Dunschtig" erreicht die Fastnacht am Bodensee und in Oberschwaben ihren Höhepunkt. Und weil dieser Tag so wichtig ist, begann er für die Närrinnen und Narren nicht – wie anderswo in Deutschland – um 11:11 Uhr, sondern in aller Frühe.
Traditionell sind beispielsweise in Konstanz Narrenvereine, Fastnachtsgruppen und Fanfarenzüge zwischen 5 und 6 Uhr losgezogen und haben die Bürgerinnen und Bürger geweckt. Ganz vorn dabei: die Blätzlebuebe, eine der größten Konstanzer Zünfte.
Narren befreien Schüler und stürmen Rathäuser in Überlingen, Friedrichshafen und Ravensburg
Auch in Überlingen am Bodensee startete der Donnerstag früh morgens um 6 Uhr mit dem Wecken in der Altstadt mit Spielmanns- und Fanfarenzügen.
Nachmittags folgte ein Umzug durch die Stadt mit dem Stellen des Narrenbaums auf der Hofstatt. In Friedrichshafen feierten die Narren einen Gottesdienst in der Kirche St. Nikolaus, bevor das Rathaus gestürmt und der Narrenbaum gestellt wurde. In Ravensburg waren die Schulen und das Rathaus seit dem Morgen in den Händen der Narrenzunft Schwarze Veri.
Stockacher Narrengericht klagt Markus Söder an
Ein besonderer Höhepunkt der Fastnacht in der Region war am Donnerstagabend das Stockacher Narrengericht (Kreis Konstanz). Seit 675 Jahren stellen sich Bürgerinnen und Bürger sowie jetzt auch prominente Gäste den humorvollen Anklagen der Narren - in diesem Jahr Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Karten für das närrische Tribunal waren blitzschnell ausverkauft.
Höhepunkt am "Schmotzigen Dunschtig" 675 Jahre alte Tradition: Das ist die Geschichte des Stockacher Narrengerichts
Am "Schmotzigen Dunschtig" tagt traditionell das Stockacher Narrengericht. In diesem Jahr feiert es Jubiläum - und hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf der Anklagebank.
Närrisches Treiben rund um den Bodensee am Fastnachtsfreitag
Nach dem "Schmotzigen" geht das närrische Programm bis Aschermittwoch weiter. Am Fastnachtsfreitag stehen vielerorts die Kinder im Fokus. Bei Kinderbällen dürfen die Kleinen etwa in Singen und in Friedrichshafen feiern. In Konstanz findet am Nachmittag der Kinderumzug der Seehasen statt. Auf der Reichenau gibt es die heitere Narrenmesse: ein Gottesdienst für alle Närrinnen und Narren, inklusive Narrenband. Um 19:31 Uhr beginnt in Ochsenhausen (Kreis Biberach) der Nachtumzug. 85 Gruppen haben sich angekündigt. Danach wird in der ganzen Stadt weitergefeiert.
Straßenumzüge am Fastnachtssamstag in Friedrichshafen, Singen und Überlingen
Zahlreiche Umzüge und Veranstaltungen stehen auf den Straßen der Region am Samstag an. In Friedrichshafen zieht der große Narrensprung am Nachmittag durch die Straßen. Mit dabei sind die Zünfte aus dem Stadtgebiet und der ganzen Region. Auch in Singen findet ein großer Umzug statt. Laut wird es in Überlingen: Dort messen sich die besten Schneller im Preiskarbatschenschnellen. Eine Jury bewertet, wer am besten mit der geflochtenen Peitsche umgehen kann. Abends ziehen beim Hänselejuck die Gruppen durch die Straßen.
Straßenfastnacht am Rosenmontag in Markdorf, Ravensburg und Bad Waldsee
Der Rosenmontag ist für die Narren langsam die Zielgerade. In Markdorf wird es gegen die Mittagszeit bunt. Dann beginnt bei "Markdorf total verrückt" die freie Straßenfastnacht. Die Leute verkleiden sich als Gruppen, andere kommentieren die lokale Stadtpolitik. Ebenfalls voll wird es in Ravensburg. Dort steht der große Narrensprung an, 58 Zünfte und Gruppen haben sich angekündigt. Auch in Bad Waldsee geht es rund. Dort ziehen die Narren in Scharen durch die Stadt.