Gefährdet die Natur und kostet viel Geld

Kreis Sigmaringen muss immer mehr illegalen Müll entsorgen

Der Kreis Sigmaringen hat große Probleme mit illegalem Müll. Tonnenweise Lebensmittel, Bauschutt, Verpackungen und anderer Abfall landen laut Landratsamt auf Parkplätzen und am Straßenrand.

Teilen

Stand

Von Autor/in Julia Klebitz

Im Kreis Sigmaringen haben die Straßenmeistereien im vergangenen Jahr 200 Tonnen illegal entsorgten Müll eingesammelt. Laut Landratsamt handelte es sich um Bauschutt, Altreifen, Möbelteile und Verpackungen, aber auch um Lebensmittel und Säcke voller Müll aller Art, der am Straßenrand und auf Parkplätzen hinterlassen wurde.

Das sind zehn Tonnen mehr als im Jahr 2022 und ganze 80 Tonnen mehr als noch 2018.

Das sei eine Gefahr für die Umwelt. Der Müll verunreinige Böden und Gewässer und sei eine Gefahr fürs Grundwasser. Und die fachgerechte Entsorgung sei teuer.

Entsorgung illegal abgelagerten Mülls kostet Hunderttausende

Allein das Personal in den Straßenmeistereien, das den Müll in mehr als 6.000 Arbeitsstunden einsammle, koste den Kreis Sigmaringen rund 260.000 Euro pro Jahr zusätzlich. Dazu kommt die Entsorgung des Mülls - auch ein sechsstelliger Betrag, so die Behörde. Absurd sei: Ein Kilogramm Restmüll legal zu entsorgen, kostet in Sigmaringen 19 Cent. Die Fahrt in den Wald, um den Müll dort abzuladen, sei also wohl teurer als die legale Entsorgung.

Auch an Altkleider- und Altglascontainern stapelt sich häufig der Abfall. Bis zu 90.000 Euro gibt die Kreisabfallwirtschaft jedes Jahr für die Reinigung der Flächen und die Entsorgung des Mülls aus.

Selbst vermeintlich harmlose Gartenabfälle haben in der Natur nichts zu suchen. Bedecken sie darunterliegende Pflanzen, werden diese abgetötet.

Müll kann vielerorts legal entsorgt werden

Im Kreis Sigmaringen gibt es 23 Recyclinghöfe, außerdem eine Entsorgungsanlage in Ringgenbach und jeweils eine mobile Sammlung von Problemstoffen im Frühjahr und im Herbst. Sperrmüll wird das ganze Jahr über auf Abruf abgeholt und kann beim Recyclinghof in Mengen oder ebenfalls in Ringgenbach abgegeben werden.

Konstanz

Verpackungssteuer für Speisen und Getränke in Kraft Die Stadt Konstanz besteuert Einwegverpackungen jetzt mit 50 Cent

Um Müll zu reduzieren, werden in Konstanz auf Einwegverpackungen für Speisen und Getränke ab sofort 50 Cent Steuer fällig.

Ravensburg

Weiterverarbeitung künftig ohne lange Fahrten Kreis Ravensburg stoppt Biomüll-Tourismus

Der Biomüll-Tourismus zwischen dem Kreis Ravensburg und Vorarlberg hat ein Ende. Ab 2026 wird der Müll nicht mehr in Vorarlberg weiterverarbeitet, sondern in der Kreisgemeinde Amtzell.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Julia Klebitz
Julia Klebitz Reporterin SWR Aktuell Studio Tübingen Regionalbüro Albstadt
Onlinefassung
Karin Wehrheim
SWR-Redakteurin Karin Wehrheim Autorin Bild