Auch in diesem Winter ist es zu keiner Umwälzung des Bodensees gekommen. Damit hat sich bereits seit acht Jahren das Wasser des Sees nicht mehr komplett durchmischt. Hintergrund ist der Klimawandel, der dem Bodensee Probleme bereitet, wie es vom Seenforschungsinstitut in Langenargen (Bodenseekreis) heißt.
Die Temperaturen seien im Winter nicht kalt genug gewesen, sagte Harald Hetzenauer, Leiter des Instituts, dem SWR.
Wenn man hier am See lebt, hat man es ja mitbekommen, dass es zeitweise Anfang Januar schon kalt war. Aber das war eben nur kurz.
Danach seien schnell wieder wärmere Phasen gekommen. Und insgesamt sei der Winter einfach zu warm gewesen. "So hat sich das Oberflächenwasser nicht ausreichend abgekühlt", sagte der Experte.
Nur in flachen Teilen klappte die Durchmischung des Bodensees
Lediglich in den flacheren Teilen des Bodensees - in der 60 Meter tiefen Bregenzer Bucht und im Überlinger See mit einer maximalen Tiefe von knapp 150 Meter - habe man eine gute Durchmischung bis zum Grund feststellen können, schreibt die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB).
Immerhin: Das Tiefenwasser sei bisher noch gut mit Sauerstoff versorgt. In der Seemitte in 251 Meter Tiefe wurden laut IGKB Mitte Januar etwa sechs Milligramm Sauerstoff pro Liter über Grund gemessen. "Anfang März stieg er dann auf rund sieben Milligramm pro Liter - was allerdings immer noch deutlich weniger ist als die 11,3 Milligramm pro Liter an der Wasseroberfläche", schreiben die Experten.
Wasser des Bodensees erwärmt sich im Frühling schneller
Grundsätzlich mache der Klimawandel dem Bodensee zu schaffen, heißt es vom Seenforschungsinstitut. Das Wasser erwärme sich im Frühling schneller und kühle im Herbst später ab. Dem Bodensee bleibe dann nur eine kurze Zeitspanne im Winter, um das Wasser ausreichend zu durchmischen.
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Die Durchmischung wäre aber eigentlich wichtig, um auch die tieferen Schichten des Sees mit Sauerstoff zu versorgen. Das ist für die Fische und andere Tiere dort wichtig und fördert die Wasserqualität. Fischeier am Seegrund benötigen Sauerstoff für ihre Entwicklung. Auch Mikroorganismen sind darauf angewiesen. Sie sorgen unter anderem dafür, dass abgestorbene Pflanzen und Tiere abgebaut werden.
Umwälzung des Bodensees ist nicht mehr Regel, sondern Ausnahme
War die Durchmischung des Bodensees vor einigen Jahrzehnten noch die Regel, gilt sie durch den Klimawandel mittlerweile eher als Ausnahme: "Nach 2006 fand nur noch im Spätwinter 2017/18 eine wirklich gute Durchmischung statt", heißt es von der IGKB.
Zu Jahresbeginn hatten die Experten des Seenforschungsinstituts noch gespannt auf eine mögliche Umwälzung geblickt. Denn eine Kältephase und die ungewöhnlich hohe Temperatur des Tiefenwassers von 5,7 Grad hätten damals die Durchmischung des Sees begünstigt.