Er gilt als Spitzenjäger unter den Fischen - der Wels. Im Bodensee haben Forschende der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg in Langenargen (Bodenseekreis) und der Technischen Universität München ein bislang unbekanntes Verhalten der Welse entdeckt. Der Riesenfisch passt sich an seine Umgebung besser an als zuvor gedacht.
24 Welse im Bodensee mit Sensoren ausgestattet
Während andere Fische durch den Klimawandel oft leiden oder sogar verenden, macht die steigende Wassertemperatur dem Wels keine Probleme. Er hat keine natürlichen Feinde, genügend Futter und er vermehrt sich immer weiter.
Um herauszufinden, wie er das macht, haben die Forschenden 24 Welse im Bodensee mit Spezial-Sensoren ausgestattet. Die Sensoren haben den Wasserdruck und die Wassertemperatur gemessen. Insgesamt konnten die Experten Daten von 13 wiedergefangenen Welsen auswerten.
Messungen zeigen außergewöhnliches Verhalten der Fische
Die Forschenden konnten durch die Messungen zeigen, dass Welse ihren Auftrieb im Wasser außergewöhnlich präzise steuern können. Dadurch würden die Fische starke Druckunterschiede vermeiden und sich mit minimalem Energieaufwand bewegen können, heißt es von der Fischereiforschungsstelle in Langenargen.
Für uns war es sehr faszinierend und überraschend zu sehen, wie tief und wie schnell der Wels ab- und auftauchen kann.
Die Studie hat auch gezeigt, dass sich die Riesenfische den steigenden Wassertemperaturen bestens anpassen können, indem sie auch größere Tiefen im See besiedeln. Im Sommer halten sie sich laut der Studie bevorzugt in warmen Flachwasserbereichen auf, im Winter ziehen sie sich in tiefere und damit kühlere Schichten zurück.
Durch den Klimawandel fühlt sich der Wels nicht nur im Bodensee wohl, sondern breitet sich in anderen Gewässern ebenfalls immer weiter aus. Die Forschenden gehen davon aus, dass der Riesenfisch auch in den Flüssen in Baden-Württemberg in den nächsten Jahre immer häufiger anzutreffen ist.