Ausschluss von linken Buchläden

Ravensburger Buchhändlerin kritisiert Entscheidung zum Buchhandlungspreis

Im Streit um den Buchhandlungspreis gibt es viel Kritik von Kulturschaffenden. Auch eine Ravensburger Buchhändlerin zeigt Kulturstaatsminister Weimer symbolisch die "Rote Karte".

Teilen

Stand

Von Autor/in Sabine Steinfurth

Seit Tagen sorgt der Ausschluss von drei linken Buchläden vom Deutschen Buchhandlungspreis für Debatten. Auch die Ravensburger Buchhändlerin Anna Rahm kritisiert Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) für seine Entscheidung. Ihr Geschäft zählt zu den mehr als 100 Buchhandlungen, die für die Auszeichnung vorgesehen sind. Auf einem Büchertisch in ihrem Laden hat sie eine "Rote Karte" für Weimer platziert.

Ein rotes Schild auf einem Büchertisch: Die Ravensburger Buchhändlerin Anna Rahm übt Kritik an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und zeigt ihm symbolisch die "Rote Karte".
Die Ravensburger Buchhändlerin Anna Rahm übt Kritik an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und zeigt ihm symbolisch die "Rote Karte".

Buchhändlerin fürchtet Kontrolle

Anna Rahm ist wütend über die Entscheidung des Kulturstaatsministers, drei linke Buchhandlungen in Bremen, Göttingen und Berlin von dem Preis auszuschließen. "Wir müssen ja damit rechnen, dass kontrolliert wird, welche Bücher wir noch verkaufen dürfen."

Das ist der Anfang von etwas, wo wir uns wehren müssen.

Weimer hatte die drei Buchhandlungen wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse" von der Liste der Preisträger genommen. Die Buchbranche reagierte empört.

Anna Rahm ärgert sich auch über die komplette Absage der Preisverleihung. Sie hätte ihren Preis gerne persönlich entgegengenommen. "Ich kriege jetzt einen Umschlag mit einer Urkunde und das Geld wird überwiesen." Auch Kundinnen wie Ingrid Dietrich sind enttäuscht. Denn jede teilnehmende Buchhandlung - auch die von Anna Rahm - habe hart für die Auszeichnung gearbeitet, sagt Dietrich.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Sabine Steinfurth
SWR-Redakteurin Sabine Steinfurth Autorin Bild
Onlinefassung
Stefanie Baumann
SWR-Redakteurin Stefanie Baumann Autorin Bild

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!