In Deutschland setzen mittlerweile 35 Prozent der Beschäftigten Künstliche Intelligenz (KI) bei der Arbeit ein. Das sind elf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das sind die Ergebnisse der mittlerweile zweiten Konstanzer KI-Studie.
Besonders in Berufen wie IT, Forschung und Verwaltung steige die Nutzung rasant. Doch in handwerklichen und produktionsnahen Tätigkeiten bleibe der Fortschritt deutlich langsamer. Die neue Konstanzer KI-Studie 2025 verdeutlicht: KI wird immer wichtiger - aber sie verstärkt auch bestehende Ungleichheiten am Arbeitsmarkt.
Bildung entscheidet: Wer profitiert von Künstlicher Intelligenz?
Die Konstanzer Forschenden zeigen, dass vor allem Menschen mit höherem Bildungsabschluss von KI profitieren. Sie nutzen die Technologie dreimal so häufig wie Personen mit niedrigem Bildungsniveau. Zudem ist die Bereitschaft zur Weiterbildung im Umgang mit KI bei höher Gebildeten deutlich größer. "Wer bereits Vorteile hat, bekommt durch KI noch mehr Chancen", erklärt Carolina Opitz, Mitautorin der Studie.
Ohne gezielte Unterstützung drohe eine digitale Spaltung zwischen den Berufsgruppen. Am häufigsten kommen laut der Studie Textgeneratoren wie ChatGPT und spezialisierte Programme für Vorhersagen oder Robotik zum Einsatz.
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Die Angst, durch Künstliche Intelligenz den Job zu verlieren, ist groß, weiß Matthias Peissner. Der Stuttgarter Fraunhofer-Experte hält KI aber nicht für einen Jobkiller.
Studie: Kleine Unternehmen kämpfen mit KI-Einsatz
Die Studie zeigt auch Unterschiede zwischen kleinen und großen Unternehmen. Größere Betriebe investierten häufiger in KI-Weiterbildung und klare Strategien für die Nutzung der Technologie. Kleine Unternehmen hingegen hätten oft Schwierigkeiten, mitzuhalten.
Forschende warnen: Wenn dieser Rückstand bleibt, könnten Beschäftigte in kleinen Betrieben langfristig schlechtere Entwicklungsmöglichkeiten haben. "Technologischer Fortschritt darf nicht an kleinen Firmen vorbeigehen", sagt Florian Kunze, Leiter der Studie.
Unsicherheit über die Zukunft mit KI
Trotz der wachsenden Bedeutung von KI bleibt die Unsicherheit laut Studie hoch. Ein Drittel der Befragten kann demnach nicht einschätzen, wie KI ihre Arbeit langfristig verändern wird.
Fast die Hälfte sieht Risiken für den gesamten Arbeitsmarkt, doch nur 20 Prozent fürchten den Verlust des eigenen Jobs. Die Forschenden aus Konstanz fordern gezielte Unterstützung, um Ängste abzubauen und Ungleichheiten zu verringern.