Situation in der Landwirtschaft spitzt sich zu

Trockenheit und Futtermangel: Milchbauern in Oberschwaben und Allgäu schlagen Alarm

Hitze und Trockenheit seit Wochen. Auch der Landwirtschaft in Oberschwaben und im Allgäu bereitet die ungewöhnliche Wettersituation große Probleme und Sorgen.

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Von Autor/in Wolfgang Wanner

Trockenheit und Hitze machen den Landwirten in Oberschwaben und im Allgäu zu schaffen. Sie befürchten Futtermangel. Es gibt Milchbauern, die Kühe deswegen vorzeitig zum Schlachten bringen.

Verbrannte Wiesen, mickriger Mais

Seit Wochen hat es in der Region nicht mehr flächendeckend geregnet. Selbst im Allgäu sieht das Gras auf den Wiesen kümmerlich aus und hat keine Qualität. In weiten Teilen Oberschwabens ist die Situation noch schlimmer, etwa im Raum Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen). "Viele Wiesen sind verbrannt. Der Mais wächst nicht mehr", schildert Karl Endriß dem SWR. Er ist Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Biberach-Sigmaringen.

Erste Landwirte holen den Mais schon ein. Andere hoffen, dass es doch noch mal richtig regnet. Egal wie, eines steht für die Experten fest: Im Herbst, spätestens im Winter droht Futtermangel.

Vier Kühe liegen unter den Bäumen im Schatten.
Unter Hitze und Trockenheit leiden auch die Milchkühe im Allgäu. Gerne suchen sie bei den heißen Temperaturen den Schatten unter den Bäumen auf. Wolfgang Wanner

Kühe werden geschlachtet, weil das Futter fehlt

Viele Bauern verfüttern jetzt schon ihre Vorräte. Deswegen reduzieren manche Milchbauern ihre Viehbestände. "Es wird gezielt aussortiert", sagt ein Viehhändler. Das gilt dann beispielsweise für Kühe, die alt sind und bei der Milchleistung nachlassen. Das Landwirtschaftsamt Biberach bestätigt das: "Die ausbleibenden Niederschläge haben zu einer angespannten Grundfutterversorgung geführt, sodass viele Betriebe bereits in den vergangenen Wochen erste Maßnahmen zum Abbau von Tierbeständen ergreifen mussten."

Das ist erst der Anfang.

Der Schlachthof in Überlingen (Bodenseekreis) stellt fest, dass Landwirte ihr Vieh früher bringen wollen als geplant. Aber man sei da nicht unbedingt beispielhaft, weil die Schlachthof Initiative Überlingen GmbH nur mit Vertragslieferanten arbeite, so Geschäftsführer Matthias Ginter. Er ergänzt aber, dass es eine denkbar schlechte Zeit für zusätzliche Schlachtungen sei. Denn es sei heiß, es werde weniger Fleisch gegessen, gleichzeitig komme zusätzlich Fleisch auf den Markt. Die Folge: Die Preise könnten fallen.

Bauernverband fordert die Politik zum Handeln auf

"Die Schlachtzahlen sind hochgegangen", stellt auch Franz Schönberger, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Allgäu-Oberschwaben, fest. Weil auch der Milchpreis niedrig sei, verschärfe sich die Situation der Bauern. Der Kreisbauernverband Allgäu-Oberschwaben hat deswegen Forderungen an die Landesregierung zusammengestellt. Es gehe beispielsweise darum, im Herbst die Regelungen fürs Düngen zu lockern.

Die Situation ist dramatisch.

"Es bleibt trocken", sagt der Wetterexperte

Derweil hält die Trockenheit an. Punktuell werde es zwar Schauer und Gewitter geben, "flächendeckender Landregen ist aber auch kommende Woche nicht in Sicht", prognostiziert Wetterexperte Roland Roth von der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried. Das Landwirtschaftsamt Biberach geht davon aus, dass dann "mit einer weiteren Reduzierung der Tierbestände sowie zusätzlichen wirtschaftlichen Belastungen für die Betriebe zu rechnen" sei.

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Wolfgang Wanner
SWR-Redakteur und Redaktionsleiter Wolfgang Wanner Autorin Bild

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