Forscher testen ersten Prototypen

Apfelernte leicht gemacht: Roboter lernt am Bodensee, Äpfel zu ernten

Den Apfel mit dem Roboter statt mit der Hand ernten? Das könnte bald in Kressbronn am Bodensee Wirklichkeit werden. Ein erster Roboter-Prototyp fährt schon durch die Plantagen.

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Von Autor/in Viktoria Clausnitzer

Die Apfelernte im Herbst ist für Obstbauern am Bodensee vor allem Handarbeit. In Zukunft könnte sich das aber ändern. In einem Forschungsprojekt arbeiten die Duale Hochschule Ravensburg und die Hochschule Ravensburg-Weingarten mit verschiedenen Partnerunternehmen zusammen. Sie haben einen ersten Roboter-Prototyp entwickelt, der lernen soll, Äpfel zu ernten - aber nicht nur das.

Ein Roboter fährt durch die Apfelplantagen in Kressbronn am Bodensee. Er ist mit Sensoren, Lasern und GPS ausgestattet und soll lernen Äpfel zu ernten.
Der Roboter kann sich selbstständig in den Apfelplantagen bewegen und sammelt vor der Erntezeit Daten, wie es den Äpfel geht. Viktoria Clausnitzer

Von der Apfelblüte bis zur Erntezeit - Roboter soll Obstbauern unterstützen

Der Roboter kann dank Kameras und GPS-Signalen autonom fahren, sich also selbstständig in der Plantage orientieren. Durch mehrere Sensoren könne er Obstbäume erkennen, die Früchte im Obstbaum zählen und den Reifegrad abschätzen, erklärt Jörg Eberhardt, Professor an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Bei der Apfelernte würde der Roboter dann noch mit einem Greifarm ausgestattet werden.

Mit diesem Roboter möchten wir noch weitere Anwendungsmöglichkeiten erschließen, weil das eine relativ große Investition für einen Landwirt ist.

Vor der Erntezeit soll der Roboter die Erntemenge vorhersagen und sie im Vergleich zu den letztjährigen Ernten bewerten, so Eberhardt. Gleichzeitig soll er auch Daten zum Reifegrad der Äpfel sammeln und somit den perfekten Zeitpunkt für die Ernte vorhersagen. Die Entwickler können sich auch vorstellen, dass der Roboter im Winter automatisiert die Apfelbäume schneidet.

Zusammenarbeit mit Obstbauern am Bodensee

Vor gut zwei Jahren hat sich das Forschungsteam mit dem Obsthof Bernhard in Kressbronn am Bodensee zusammengetan. Die Zusammenarbeit sei wichtig, denn nur so könne der Roboter schlussendlich auch eine Unterstützung bei der Ernte sein, so Obstbäuerin Sina Bernhard. Beispielsweise muss der Roboter lernen, die Äpfel mit einer bestimmten Technik zu ernten, genauso wie das ein Mensch machen würde.

Unser Ziel ist, dass der Roboter Äpfel auch so pflückt, dass sie in den Handel gehen können.

Zuerst hat der Roboter-Prototyp im Labor geübt, bevor er draussen in der Natur fahren durfte. Durch den Prototyp können die Entwickler wichtige Daten und Erkenntnisse sammeln und den Roboter immer weiter verbessern. Marktreif könnte der Roboter laut Verantwortlichen in etwa fünf Jahren werden.

Dieses Jahr werden die Äpfel auf dem Obsthof Bernhard aber noch von Hand gepflückt. Die ersten Apfelsorten werden Anfang August geerntet, so Obstbäuerin Sina Bernhard. Für alle Apfelbäume auf ihrem Betrieb brauchen sie ungefähr 45 Erntehelferinnen und Erntehelfer. Diese Zahl könnte sich in Zukunft durch den Roboter minimieren.

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Viktoria Clausnitzer
SWR-Redakteurin Viktoria Clausnitzer Autorin Bild

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