Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit ist am Sonntag der neue Bahnhofsvorplatz in Konstanz eröffnet worden. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen die Gelegenheit, sich den neuen Platz anzuschauen. Musik, Kinderaktionen und Informationsstände sorgten für eine festliche Stimmung.
Modern, barrierefrei und grün - der neue Bahnhofsvorplatz
Die Stadt Konstanz schreibt auf ihrer Website, der Bahnhofplatz sei künftig ein "moderner, sicherer und attraktiver Mobilpunkt". Statt Autoverkehr prägen Busse, Fahrräder und Fußgänger das Bild. Es gibt neue Sitzbereiche und rund 30 frisch gepflanzte Bäume.
Der Platz ist nun vollständig barrierefrei, also ohne Stufen oder Hindernisse nutzbar. "Der Bahnhofplatz ist ein Ort zum Ankommen und Durchatmen", heißt es.
"Ein Schlüsselpunkt für die Zukunft" sagte Oberbürgermeister Burchardt
Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) hat bei der Eröffnung betont, wie wichtig der neue Platz für die Stadt sei: "Ich freue mich, dass wir den Bahnhofplatz eröffnet haben. Er ist ein Schlüssel für den Verkehr der Zukunft in Konstanz."
Besonders die neue Verkehrsführung hat eine große Rolle gespielt: "Der Autoverkehr ist hier jetzt unterbrochen worden. Nur Busse dürfen noch durchfahren. Wir wollten den Durchgangsverkehr reduzieren und gleichzeitig mehr Aufenthaltsqualität schaffen - mit Bäumen, Sitzgelegenheiten und barrierefreien Flächen."
Zwei Jahre Bauzeit und fast zehn Millionen Euro Kosten
Die Umbauarbeiten hatten im Mai 2023 begonnen und dauerten rund zweieinhalb Jahre. Laut Stadt Konstanz belaufen sich die Kosten auf etwa 9,8 Millionen Euro. Gefördert wurde das Projekt vom Land Baden-Württemberg über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG).
Die neue Oberfläche aus geschliffenem Beton soll bis zu 40 Jahre halten. Einige Besucherinnen und Besucher haben den Platz zunächst als zu grau empfunden. Oberbürgermeister Burchardt reagierte gegenüber dem SWR gelassen: "Bei Beton gibt es immer verschiedene Meinungen. Ich finde, der Platz ist modern und sehr gut gelungen. Durch Gravuren, QR-Codes und Bilder wird er mit der Zeit lebendiger."
Die jungen Bäume würden laut Burchardt schnell wachsen und in wenigen Jahren mehr Schatten spenden. "Dann wird man sehen, dass sich Menschen hier gerne aufhalten - im Schatten sitzen, reden, vielleicht einen Kaffee trinken. Das ist echte Aufenthaltsqualität."
Was sich am Bahnhofsvorplatz in Konstanz verändert hat
Der neue Platz ist deutlich offener als zuvor. Statt parkender Autos bestimmen nun Menschen, Busse und Fahrräder das Bild. Ein neuer Kreisverkehr vor dem Einkaufszentrum "LAGO" ersetzt die alte Ampelkreuzung.
Die Zufahrten zu den Parkhäusern in der Altstadt bleiben erhalten: Zum "LAGO" und nach Klein-Venedig gelangt man über die Bodanstraße, zur Marktstätte über die Konzilstraße. Die Stadt Konstanz betont, dass der Bahnhofsvorplatz nun zu einem "lebendigen Stadteingang" geworden ist.
Bei den Bauarbeiten hatten Archäologinnen und Archäologen Teile der alten Stadtmauer und einen Turm entdeckt. Die Stadt Konstanz berichtet, dass diese Funde dokumentiert und gesichert wurden.
Offene Arbeiten am Konstanzer Bahnhofsvorplatz
Obwohl der Platz offiziell eröffnet wurde, stehen laut Stadt noch kleinere Restarbeiten an. Dazu zählen letzte Bepflanzungen und Feinarbeiten an Wegen und Sitzflächen.
In Zukunft soll auch die Straße zwischen Bahnhof und Hofhalde neu gestaltet werden, um eine schönere Verbindung zum See zu schaffen. An Tagen mit viel Verkehr werden auch weiterhin sogenannte Verkehrskadetten eingesetzt, um Besucherströme zu lenken.