Als zweite Stadt in Deutschland hat Konstanz Anfang 2025 eine kommunale Steuer auf Einwegverpackungen für Speisen und Getränke eingeführt: Für den Kaffeebecher zum Wegwerfen, die Pommesschale oder den Eisbecher aus Pappe muss der Cafébetreiber, die Bäckerei, die Eisdiele oder der Imbiss 50 Cent an die Stadt Konstanz abführen. Für Einwegbesteck wie Gabel, Trinkhalm oder Essstäbchen nochmal 20 Cent.
Die Verpackungssteuer sei ein Erfolg, sagt die Stadt neun Monate danach und zieht eine erste Bilanz. Demnach hat sich der Abfall, der in Konstanz in öffentlichen Mülleimern oder auch daneben landet, gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent reduziert.
Einnahmen von 600.000 Euro durch Verpackungssteuer in Konstanz
Philipp Baumgartner ist Leiter des Amtes für Klimaschutz der Stadt Konstanz. Er hat sich die Statistik ganz genau angeschaut und stellt fest: Nimmt man den Mittelwert der Jahre 2021 bis 2024 als Vergleichsgrundlage, dann ging die Abfallmenge im öffentlichen Raum immer noch um fünf Prozent zurück. Das seien eine ganze Menge Einwegbecher, die von den Entsorgungsbetrieben nicht mehr eingesammelt werden müssten.
Das entspricht ungefähr einem Fußballfeld voller Einwegbecher, die wir nicht mehr in einem Jahr entsorgen oder einsammeln müssen.
Mittelfristig rechnet die Stadt Konstanz mit Einnahmen aus der Verpackungssteuer von etwa 600.000 Euro pro Jahr.
Doch die Mehreinnahmen seien nicht das vorrangige Ziel der Verpackungssteuer. Baumgartner hofft auf ein Umdenken bei den Konsumenten und einen Systemwechsel. "Die Verpackunggssteuer schafft Bewusstsein, mit unseren Ressourcen besser umzugehen."
Die Wegwerfverpackung ist für diesen Planeten und unsere Zukunft nicht dienlich.
Jetzt schon könne man beobachten, dass immer mehr Eisdielen, Pommesbuden und Schnellrestaurants auf Mehrweggeschirr umstellen würden. Und das werde nicht besteuert.