Wer momentan als Privatkunde Heizöl bestellt, muss unter Umständen lange warten auf seine Lieferung. Grund dafür ist der Krieg im Nahen Osten und damit die inzwischen blockierte Straße von Hormus, durch die ein Fünftel aller Öllieferungen des Welthandels ablaufen. Dadurch wird Heizöl teuer und schwer zu beschaffen.
Kunden von Heizöllieferanten verunsichert
Bei den Heizöllieferanten in der Region klingeln die Telefone derzeit fast ununterbrochen. Denn viele Kunden seien verunsichert. Das berichtet etwa die Schindele Handels GmbH aus Ravensburg. Doch weil die Preise stark gestiegen seien seit dem Wochenende, würden viele Anrufer dann doch nicht kaufen.
Der Mineralölvertrieb Rundel in Singen musste Bestellungen vom Wochenende, die online erfolgten, wieder absagen - weil er das Heizöl am Montag nicht mehr zu dem ursprünglich angebotenen Preis bekam.
Die Preisschwankungen, die über das Wochenende passiert sind, sind leider außerordentlich.
Am vergangenen Wochenende seien rund 350 Bestellungen eingegangen, so Rundel gegenüber dem SWR. Normalerweise seien es etwa 30 Bestellungen, die sie am Wochenende über Portale erhalten.
Probleme an Heizöl zu kommen durch Krieg im Nahen Osten
Bei Baywa Energie aus Biberach ist es genau umgekehrt: Viele Kunden würden jetzt kaufen, weil sie befürchten, dass die Preise noch stärker steigen könnten. Die Firma Mineralöle Auer aus Tettnang im Bodenseekreis berichtet, dass sie Probleme habe, überhaupt an Heizöl zu kommen. Momentan seien kaum Lieferungen aus den Tanklagern möglich und wenn, dann zu sehr hohen Preisen. Man müsse richtig um Ware betteln, so eine Mitarbeiterin.
Steigende Spritpreise: Deutsche fahren nach Vorarlberg zum Tanken
Die steigenden Spritpreise infolge des Krieges im Nahen Osten führen vermehrt zu Tanktourismus an der deutsch-österreichischen Grenze am Bodensee. Laut Werner Schindele, der drei Tankstellen in Vorarlberg betreibt, würden derzeit viele deutsche Autofahrer zum Tanken über die Grenze kommen.
Gerade am Wochenende habe es einen starken Ansturm gegeben, sagte Patrick Deuring, der eine Tankstelle im österreichischen Hörbranz betreibt. Am Dienstagnachmittag war zum Beispiel der Liter Super-Benz hinter der österreichischen Grenze zwischen 10 und 20 Cent günstiger als in Deutschland.