Die Erdbeerernte und Spargelernte läuft gerade auf Hochtouren. Doch viele Landwirte am Bodensee und in Oberschwaben blicken mit Sorge auf diese Saison. Die Kosten steigen. Treibstoff, Verpackungen und vor allem Erntehelfer werden immer teurer. Das merken die Betriebe.
Obstbauer Thomas Romer aus Konstanz sagt, dass vor allem die Erhöhung des Mindestlohns eine Herausforderung seien. Er könne nicht einfach weniger Helfer einstellen. Die Arbeit müsse erledigt werden. Das bedeute: Die Preise für Erdbeeren steigen.
Erntehelfer finden wird schwieriger - oder doch nicht?
Ein großes Thema ist auch die Suche nach Erntehelfern. Viele Landwirte berichten, dass es immer schwerer werde, Menschen für diese Arbeit zu gewinnen. Die Arbeit sei anstrengend und oft körperlich belastend. Thomas Romer sagt klar: Es fehlen Helfer.
Doch es gibt auch andere Stimmen. Der Fuchshof aus Konstanz-Dingelsdorf berichtet sogar von mehr Anfragen als sonst. Das könnte daran liegen, heißt es, dass einige Betriebe in dieser Saison versuchen, mit weniger Erntehelfern auszukommen.
Spargelpreise steigen kaum - Kunden sollen bleiben
Auch Spargelbauern spüren den Druck. Landwirt Jörg Landerer aus Meckenbeuren (Bodenseekreis) erklärte gegenüber dem SWR, dass die Kosten deutlich gestiegen sind. Doch die Preise für Spargel könnten nur leicht erhöht werden. Warum? Kunden könnten sonst abspringen. Viele Menschen achteten beim Einkaufen stärker auf den Preis. Das bringe die Bauern in eine schwierige Lage. Sie müssten mehr bezahlen, verdienen aber nicht automatisch mehr. Die Folge: Weniger Gewinn trotz harter Arbeit.
Konkurrenz durch Supermärkte: Billiges Obst aus aller Welt
Ein weiteres Problem sei die Konkurrenz durch Discounter und Supermärkte. Dort gebe es Obst aus vielen Ländern. Oft sei es deutlich günstiger. Obstbauer Florian Fuchs aus Konstanz-Dingelsdorf sieht das kritisch. Regionale Produkte hätten es schwer. Viele Kunden griffen lieber zu billigeren Angeboten. Das setze lokale Bauern unter Druck. Denn sie könnten mit den Preisen oft nicht mithalten. Dabei sei regionale Ware oft frischer und nachhaltiger.
Einige Betriebe denken deshalb bereits über Veränderungen nach. Der Fuchshof in Konstanz-Dingelsdorf überlegt zum Beispiel, in Zukunft die Anbauflächen zu reduzieren. Grund seien die steigenden Kosten. Das zeige, wie ernst die Lage sei. Denn wenn weniger angebaut wird, könnte das Angebot sinken. Und dann könnten die Preise weiter steigen.