Gegen 9 Uhr am Dienstagmorgen ist auf dem Bodensee vor dem deutschen Ufer in Kressbronn und Langenargen (Bodenseekreis) eine Wasserhose zu sehen gewesen.
Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD ragte die Wasserhose etwa 800 Meter in den Himmel. Der Wirbel über dem Wasser habe einen Durchmesser von 50 Metern gehabt. Der Bodensee als Flächengewässer sei für Wasserhosen geradezu prädestiniert. "Normalerweise registrieren wir dort zwei bis drei Wasserhosen pro Jahr", so ein DWD-Sprecher.
Das Phänomen gehört zur Familie der Tornados. Gut zu erkennen war es laut Augenzeugen von Nonnenhorn (Kreis Lindau) aus. In sozialen Medien wird berichtet, die Wasserhose sei auch vom Schweizer Seeufer aus und in Vorarlberg gesichtet worden.
Bisher keine Schäden durch Wasserhose am Bodensee
Der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes sagte der Deutschen Presseagentur, es haben sich zunächst eine starke Schauerzelle südlich von Friedrichshafen mehr oder weniger in der Mitte des Bodensees gebildet. Die Zelle sei dort als Wasserhose etwa eine Stunde lang zu sehen gewesen. Schäden seien nicht bekannt.
Mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von rund 100 Kilometern pro Stunde sei mit einer Wasserhose nicht zu spaßen, so der DWD-Sprecher. "Mit einem kleinen Bötchen sollte man da nicht reinfahren." Und Schwimmer sollten auch das Weite suchen. Für die großen Schiffe seien solche Wasserhosen nicht so gefährlich. Die Schiffsführer versuchten aber, ihnen auszuweichen, sagte ein Sprecher der Bodenseeschiffsbetriebe (BSB).
Auf der Plattform X ist sogar von mehreren Wasserhosen über dem Bodensee die Rede.
Laut dem DWD entstehen Tornados vor allem in der sommerlichen Gewittersaison. Sie treten oft nur kurz auf und sind schwer vorherzusagen. Diese trichterartigen, rotierenden Wolkenschläuche können sich demnach auch bilden, ohne dass es blitzt oder donnert.