Temperaturen über 30 Grad

Gefährliche Hitze: Pflegeheime wollen ihre Bewohner schützen

Die Hitze bestimmt aktuell den Alltag der meisten Menschen. Am Bodensee und in Oberschwaben wappnen sich auch Pflege- und Seniorenheime - denn dort ist die Gefahr besonders groß.

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Von Autor/in Florian Peking

Temperaturen über 30 Grad können zur Belastung werden - gerade auch für ältere Menschen. In den Pflege- und Seniorenheimen am Bodensee, in Oberschwaben und im Allgäu wird deshalb aktuell besonders auf den Schutz vor Hitze geachtet.

Die hohen Temperaturen seien für die Bewohner mitunter gefährlich, besonders wenn sie aufgrund von Vorerkrankungen geschwächt seien, wie eine Sprecherin der evangelischen Heimstiftung berichtet. Die Stiftung betreibt unter anderem Pflegeheime in Friedrichshafen, Überlingen (beide Bodenseekreis), Wangen und Isny (beide Kreis Ravensburg). Man habe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult, sodass sie Schäden durch Hitze frühzeitig erkennen oder sogar vorbeugen können.

Menschen mit Demenz brauchen besondere Aufmerksamkeit

Besonders im Blick habe man Menschen mit Demenz, heißt es von der Spitalstiftung Konstanz. "Manche gehen auch bei Hitze ihre vertraute Runde durch den Garten oder setzen sich auf ihre gewohnte Bank, selbst wenn dort die Sonne steht", berichtet eine Sprecherin. Man biete den demenzkranken Bewohnern dann Schattenplätze oder Sonnenhüte an, damit der Aufenthalt im Freien nicht zur Gefahr werde.

Grundsätzlich bestimmt die Hitze aktuell den Alltag in den Heimen: "Es beginnt am frühen Morgen: Fenster auf, kühle Luft hinein, danach Rollläden und Vorhänge zu", so die Sprecherin der Spitalstiftung. Man achte auch darauf, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ausreichend trinken. Bei besonders gefährdeten Bewohnern werde die Flüssigkeitszufuhr sogar dokumentiert. Und auch beim Essen zeige sich der Hitzeschutz. So serviert die Stiftung mehr wasserreiche Lebensmittel, wie zum Beispiel Melonen.

Viel trinken und Aufenthalt in kühlen Räumen

In den Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung wird der Alltag ebenfalls an die Hitze angepasst. Man halte sich mit den Bewohnern auf beschatteten Plätzen oder in kühlen Räumen auf. Und auch die täglichen Aktivitäten werden angepasst, wie die Sprecherin der Stiftung berichtet.

Auch baulich wird auf die Hitze reagiert: "Im neuen Haus Weiherhof hilft die moderne Gebäudetechnik mit Wärmepumpe, die Räume an heißen Tagen etwa zwei bis drei Grad kühler zu halten", heißt es von der Spitalstiftung Konstanz. Bei Neubauten und Sanierungen achte die Stiftung außerdem zunehmend auf Energieeffizienz, Verschattung und ein möglichst gutes Raumklima.

Muss auch die Politik reagieren?

Nach Angaben der Evangelische Heimstiftung sei beim Hitzeschutz auch die Politik gefragt. Sie fordert eine gezielte Förderung - sowohl um "akute klimatische Belastungen" in den Pflegeinrichtungen abzumildern als auch eine Vorbereitung auf zukünftige klimatische Veränderungen zu ermöglichen. Denn aktuell müssten die Pflegebedürftigen die Zusatzkosten - zum Beispiel für effektiven Sonnenschutz, Kühlböden oder Klimaanlagen aus eigener Tasche bezahlen. "Und das bei Eigenanteilen, die jetzt schon nicht mehr zu finanzieren sind", so die Sprecherin der Evangelischen Heimstiftung.

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Florian Peking
SWR-Redakteur Florian Peking Autor Bild

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