Rote Liste der Fische Baden-Württembergs

Dramatische Entwicklung für einige Fischarten im Bodensee

Mehrere Fischarten im Bodensee und seinen Zuflüssen drohen zu verschwinden. Das zeigt die neue Rote Liste für Baden-Württemberg der Fischereiforschungsstelle in Langenargen.

Teilen

Stand

Im Bodensee und seinen Zuflüssen hat sich die Lage vieler Fischarten drastisch verschlechtert. Die neue Rote Liste für Baden-Württemberg zeigt: Gleich mehrere Arten stehen jetzt kurz vor dem Verschwinden.

Karausche und Nase im Bodensee vom Aussterben bedroht

Im Bodensee und seinen Zuflüssen mussten insgesamt sieben Arten in eine höhere Gefährdungskategorie eingestuft werden - so viele wie in keinem anderen Gewässersystem des Landes. Besonders dramatisch ist die Lage für Karausche und Nase. Sie gelten jetzt als vom Aussterben bedroht. Der Edelkrebs wird im Bodensee inzwischen als stark gefährdet eingestuft. Auch Bachforelle, Quappe, Gangfisch und Blaufelchen haben stark abgenommen und gelten teils als gefährdet.

Fachleute machen dafür unter anderem invasive Arten wie den Stichling verantwortlich, der Felchenbrut frisst - aber auch steigende Wassertemperaturen und Kormorane, die viele junge Fische fressen. Ganz ohne Lichtblick ist die neue Rote Liste aber nicht: Beim Sandfelchen zeigen neue Erkenntnisse, dass die Art im Bodensee häufiger vorkommt als gedacht - und mit der Höhlenschmerle wurde sogar eine neue heimische Art entdeckt.

Der Edelkrebs wird im Bodensee inzwischen als stark gefährdet eingestuft.
Nicht nur Fische stehen auf der Roten Liste: Auch der Edelkrebs wird im Bodensee inzwischen als stark gefährdet eingestuft.

Kritische Lage für Quappe in Baden-Württemberg

Die Fischereiforschungsstelle in Langenargen (Bodenseekreis) hat auch für ganz Baden-Württemberg erstmals seit 2014 die Bestände heimischer Fische, Neunaugen und Flusskrebse neu bewertet. Dabei kam heraus: Fünf Arten sind stärker gefährdet als vor zehn Jahren, zum Beispiel die Bachforelle oder das Blaufelchen. Hauptgründe sind der Klimawandel, Kormorane und invasive Arten. Besonders kritisch ist die Lage für die Quappe: Sie braucht im Winter rund vier Grad kaltes Wasser zur Fortpflanzung - Temperaturen, die immer seltener erreicht werden.

Hoffnung machen dagegen Arten wie der Bitterling, der von Renaturierungen und der Rückkehr großer Muschelarten profitiert. Neu ist auch eine "Schwarze Liste" für invasive Fisch- und Krebsarten, deren Zahl im Land weiter wächst. Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) mahnt deshalb mehr gemeinschaftlichen Einsatz für den Artenschutz an.

Der Bittlering wird in Baden-Württemberg wieder öfter gesichtet, dank Renaturierungsmaßnahmen.
Der Bitterling profitiert von Renaturierungen und der Rückkehr großer Muschelarten.
Konstanz

Teamarbeit beeinflusst den Herzrhythmus Konstanzer Forschende entdecken: Herzen von Fischern schlagen im gleichen Takt

Ein Forschungsteam der Universität Konstanz zeigt: Beim Fischen in Brasilien schlagen die Herzen der Männer im gleichen Rhythmus - und das ganz ohne Worte.

Langenargen

Therapie in kühlerem Wasser Studie: Wie Bachforellen sich gegen Parasiten wehren

Hohe Wassertemperaturen führen laut der Fischereiforschungsstelle in Langenargen dazu, dass Bachforellen mit Parasiten häufiger sterben. Was ihnen helfen kann, zeigt eine Studie.

Langenargen

Experten staunen bei Bestandsaufnahme der Fischarten Plötzlich verschwunden: Kaum noch invasive Stichlinge im Bodensee

Der im Bodensee seit Jahren überhandnehmende Stichling scheint plötzlich nahezu verschwunden zu sein. Das ist ein erstes Ergebnis einer Fisch-Inventur.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!