Wenn Menschen eng zusammenarbeiten, kann ihr Körper im gleichen Rhythmus reagieren. Genau das haben Forschende der Universität Konstanz jetzt herausgefunden. Bei einer Gruppe brasilianischer Fischer schlugen die Herzen während des gemeinsamen Fischfangs im gleichen Takt.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler maßen mit Sensoren, wie schnell die Herzen der Männer schlugen. Dabei zeigte sich: Je näher die Fischer beieinander standen und je länger sie gemeinsam arbeiteten, desto ähnlicher wurden ihre Herzschläge. Ihre Körper passten sich aneinander an.
Zusammenarbeit mit Delfinen - ein altes Team aus Mensch und Tier
Doch das ist nicht alles. Diese besonderen Fischer arbeiten nicht allein. Sie jagen gemeinsam mit wilden Delfinen. Das gibt es nur in Südbrasilien - und schon seit vielen Jahren.
Die Männer stellen sich mit ihren Wurfnetzen in einer Reihe ans Ufer. Die Delfine schwimmen heran, treiben dabei die Fische in Richtung Land und tauchen dann plötzlich ab. Dieses Abtauchen ist das Signal für die Fischer, ihre Netze zu werfen. So profitieren beide Seiten: Die Menschen bekommen mehr Fisch, und die Delfine können sich leichter satt fressen.
Wenn zu viel Gleichklang schadet - Forschungsergebnis der Uni Konstanz überrascht
Die Forschenden wollten wissen, was die Herzfrequenz-Synchronisation über Teamarbeit verrät. Sie stellten fest: Wenn die Herzen der Fischer zu stark im Einklang waren, fingen sie weniger Fische.
Eine mögliche Erklärung: Wenn alle zu sehr im gleichen emotionalen Zustand sind - etwa aufgeregt oder angespannt - fehlt manchmal die schnelle Reaktion. Zu viel Gleichschritt kann also auch bremsen, so die Forscher.