Absturz vor 68 Jahren

Flugzeugwrack: Wohl menschliche Überreste im Bodensee gefunden

Der Schiffsbergeverein aus Romanshorn hat im Bodensee offenbar menschliche Überreste gefunden. Sie stammen vermutlich von einem Flugzeugabsturz aus dem Jahr 1957.

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Von Autor/in Martin Hattenberger

Bei Untersuchungen mit einem Tauchroboter hat der Schiffsbergeverein Romanshorn offenbar menschliche Überreste bei einem alten Flugzeugwrack im Bodensee gefunden. Das Team vom Schweizer Bodenseeufer arbeitet derzeit an der Bergung eines alten Motors einer Swissair-Maschine, die am 18. Juni 1957 über dem See abgestürzt war. Alle neun Insassen kamen damals ums Leben. Mit dem Tauchroboter waren die Bergungs-Experten in 210 Metern Tiefe am Grund des Bodensees unterwegs. Das Team zeigte sich in einer Pressemitteilung überrascht, nach 68 Jahren noch sterbliche Überreste im Bodensee zu finden.

Flugzeugabsturz - Chaos am Grund des Bodensees

"Die Situation im Trümmerfeld auf dem Grund des Sees ist chaotisch", so Silvan Paganini vom Schiffsbergeverein. Noch vor Ort habe man die Thurgauer Kantonspolizei über die menschlichen Überreste informiert. Eine kleine Probe habe man zudem geborgen und an die Polizei übergeben. Nun soll die Gerichtsmedizin diese untersuchen. Geprüft wird dabei, ob es sich tatsächlich um menschliche Überreste handelt und ob sie einem der Insassen der Maschine zugeordnet werden können. Inzwischen ermittelt die Schweizer Bundesanwaltschaft. Das bestätigte die Thurgauer Staatanwaltschaft auf SWR-Anfrage. Da es sich um einen Flugunfall handle, sei die Bundesbehörde in Bern zuständig. Es laufe ein Verfahren, um anhand eines gefundenen Knochens zu klären, ob dieser menschlich sei, schreibt die Behörde in einem Statement.

Der Fund habe das Team bewegt und werfe die Frage auf, wieso nach dem Absturz die Stelle nicht gründlicher abgesucht wurde, so Paganini. Große Teile des Wracks wurden bereits damals geborgen, noch immer befinden sich aber Trümmerteile unter Wasser.

Paganini sieht sich durch den Fund in der Arbeit des Schiffsbergevereins bestätigt. So könnten die Familien nach Jahrzehnten abschließen. Mit den geborgenen Teilen soll ein Denkmal für die Verstorbenen errichtet werden.

Nur fünf Besatzungsmitglieder gefunden

Bis heute ist unklar, wieso die Swissair-Maschine im Jahr 1957 in den Bodensee stürzte. Nur fünf der neun Besatzungsmitglieder wurden damals geborgen. Der Schiffsbergeverein hofft darauf, mit der Bergung des Motors zur genaueren Klärung der Unfallursache beitragen zu können.

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Martin Hattenberger
SWR-Redakteur Martin Hattenberger Autor Bild