Die Bundesstraße 12 führt quer durch den Isnyer Ortsteil Großholzleute (Kreis Ravensburg). Das stört die Anwohnerinnen und Anwohner schon lange, sie wünschen sich eine Umgehungsstraße. In der Nacht zum 1. Mai haben Unbekannte nun selbst einen Zebrastreifen auf die Bundesstraße gemalt.
Die B12 trennt Wohnhäuser vom Dorfgemeinschaftshaus in Großholzleute, gut 12.000 Fahrzeuge pro Tag queren den Ort, heißt es von der Ortsverwaltung. Darum gebe es schon lange die Diskussion, ob ein zweiter Zebrastreifen im Ort mehr Sicherheit bringen könnte, erzählt Ortsvorsteher Rainer Leuchtle. Ein zweiter Zebrastreifen werde aber nach jetzigem Stand nicht genehmigt.
Illegaler Zebrastreifen ist weg - Tempo 30 soll kommen
Am liebsten wäre den Anwohnern sowieso eine Ortsumfahrung. Ein erster Schritt in Richtung mehr Sicherheit im Ort sei aber getan, so Leuchtle: Tempo 30 für Großholzleute ist beschlossen und soll bald kommen. Der selbst gemalte Zebrastreifen ist mittlerweile vom Landkreis Ravensburg entfernt worden.
Selbst gemalter Zebrastreifen kann Straßenverkehr gefährden
Man dürfe nicht einfach einen Zebrastreifen auf die Straße malen, heißt es von der Polizei. Fußgängerüberwege, so die offizielle Bezeichnung, seien geschützte Orte. Das heißt: Sie brauchen Beleuchtung und Hinweisschilder auf beiden Seiten, und sie müssen von Weitem als Zebrastreifen gut erkennbar sein.
Wenn plötzlich über Nacht ein Zebrastreifen auftauche, verwirre das die Autofahrer, es komme zu gefährlichen Vollbremsungen. Fußgänger wiederum fühlten sich auf dem falschen Zebrastreifen zu sicher. Ob die Aktion in Großholzleute ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr war, ermittelt die Polizei.
Nicht der erste über Nacht aufgemalte Zebrastreifen in Oberschwaben
Eine ähnliche Aktion gab es vor gut vier Jahren in Ebenweiler im Kreis Ravensburg: Dort wurde aus einem selbst gemalten Zebrastreifen tatsächlich später ein dauerhafter – genehmigt, mit Schild und Beleuchtung.