Der Landwirt Heinrich Fuchs hat einen Obstbaubetrieb im Konstanzer Ortsteil Dingelsdorf. Vor einigen Jahren hat er ein Stück Land gekauft. Darauf steht ein altes Wegkreuz. Nun möchte er, gemeinsam mit seiner Frau Lucia, an diesem Ort eine Kapelle errichten.
Den Auftrag hat er an Studierende der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) gegeben. Seine Vorgabe war: Es soll eine Kapelle aus Holz entstehen. Denn das Wegkreuz steht später in einem Naturschutzgebiet und neben einem alten Walnussbaum.
Was ich nicht wollte, ist ein Abklatsch von dem, was es schon gibt, sondern zeitgemäße Architektursprache.
Zunächst haben die Architektur-Master-Studierenden der HTWG Entwürfe entwickelt. Davon wurde unter Beteiligung des Auftraggebers der beste Entwurf ausgesucht. Dieser Entwurf wird nun gebaut. Die benötigten Holzbauteile wurden dafür auf den Millimeter genau automatisiert zugeschnitten. Unterstützt werden die Studierenden von den beiden HTWG-Professoren Oliver Fritz und Stefan Krötsch.
Von außen sieht die Kapelle aus wie ein kleines Haus mit Schindeln, von innen setzen gotische Spitzbögen Akzente. Besonders ist die Zweiteilung. Ein kleiner Raum mit Ausblick auf den Bodensee lädt später zum Pausieren ein, ein zweiter Raum dahinter mit hoch gelegenen Dachfenstern zur inneren Einkehr.
Die Studierenden bauen die Kapelle zunächst auf dem "Fuchshof" zusammen. Sobald die Baugenehmigung erteilt ist, soll die Kapelle zum nahe gelegenen Wegkreuz transportiert und aufgestellt werden.
Für Professor Stefan Krötsch ist es ein besonderer Ort - ein Kraftort. Auf der Anhöhe einer Hügelkuppe mit Blick auf den Bodensee. Die Inschrift auf dem alten Kreuz lautet: "Der alte Gott lebt noch". Das könnte, so Krötsch, in der Nachkriegszeit bedeutet haben, es sei nicht alles schlecht gewesen, was vorher war. Von dieser Inschrift habe der Hügel auch seinen Namen: "Der alte Gott".
Jetzt bekommt dieser Ort von uns eine Landmarke.
Besonders ist auch, dass die Kapelle ein Ort der Ruhe für alle Menschen sein soll, unabhängig von ihrer Religion, sagt Hofbesitzer Heinrich Fuchs. Er ist schon jetzt sehr zufrieden: "Es wird ein Gebäude, das sich nicht versteckt, sondern selbstbewusst in der Landschaft steht", sagt er. Und genau das hätten sie gewollt.