Der Alpstein im Appenzellerland gehört zu den beliebtesten Wanderregionen der Ostschweiz - und steht unter Druck: Wildcampen, freilaufende Hunde und liegengelassener Abfall schaden Natur und Bergwirtschaft. In dieser Saison sind deshalb erstmals 15 ehrenamtliche Ranger auf den Wanderrouten unterwegs - vor allem an Wochenenden und Feiertagen. Sie sprechen Gäste auf den Wegen an, informieren und sensibilisieren für mehr Rücksichtnahme.
So sind die Ranger im Alpstein unterwegs
Auf festgelegten Routen schauen die Ranger nach dem Rechten und kommen mit Besuchern ins Gespräch, sagt Ruedi Zürcher, Präsident des Bergwirtevereins Alpstein. Machen Wanderer zum Beispiel verbotenerweise ein Grillfeuer an, lassen ihren Abfall liegen oder haben den Hund nicht angeleint, dann sollen die Ranger sie freundlich auf ihr Fehlverhalten hinweisen. Strafen können sie nicht verhängen. Diese Vorgehensweise funktioniere bis jetzt sehr gut, so Zürcher.
Aktuell gilt in der Region ein striktes Feuerverbot. Grund ist die anhaltende Trockenheit und die damit verbundene Waldbrandgefahr. Mit Verstößen hätten die Ranger derzeit immer wieder zu tun, heißt es von ein einer Sprecherin von Appenzellerland Tourismus.
Ihre Routen führen die Ranger zu Hotspots im Alpstein. Die Region rund um den Seealpsee sei beispielsweise sehr beliebt bei Wanderern, erklärt Zürcher. Da gehen die Ranger häufig vorbei. Rund sechs bis acht Stunden dauert eine Schicht. Das kann körperlich sehr herausfordernd sein. Deshalb wechseln sich die Ehrenamtlichen auch mit ihren Schichten ab.
Ranger als Ansprechpartner für Wanderfragen
Die Resonanz von Gästen und Bergwirten sei gut, so eine Sprecherin von Appenzellerland Tourismus auf SWR-Anfrage. Auch die Ranger würden viele positive Erfahrungen mit den Gästen machen. So werden sie von den Gästen auch häufig zu Wanderrouten befragt, denn die 15 Ranger kommen aus der Region und kennen sich gut aus.
Mit Ihrer ehrenamtlichen Arbeit würden die Alpstein-Ranger sowohl die Bergwirtschaft als auch die Natur entlasten, so eine Sprecherin von Appenzellerland Tourismus. Drei Jahre lang soll das Ranger-Projekt getestet werden, eine erste Bilanz wird dann im Herbst gezogen.