Hochschulen in der Region Bodensee-Oberschwaben

Start ins Wintersemester: Teurer Wohnraum und konstante Studierendenzahlen

Das Wintersemester hat an vielen Hochschulen in der Region begonnen und die Zahl der Studierenden ist stabil geblieben. Das hat auch Auswirkungen auf den studentischen Wohnraum.

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Stand

Von Autor/in Viktoria Clausnitzer

Mit dem Start ins Wintersemster suchen viele Studierende gleichzeitig nach einer Wohnmöglichkeiten. Da auch in diesem Jahr die Studierendenzahlen an den Hochschulen in der Region Bodensee-Oberschwaben stabil geblieben sind, ist die Suche nach bezahlbarem Wohnraum schwierig. Konstanz zählt zu den teuersten Universitätsstädten in Baden-Württemberg.

Wohnraum für Studierende in Konstanz wird immer teurer

In Baden-Württemberg müssen Studierende aktuell mehr für Wohnraum ausgeben als im Bundesdurchschnitt: Deutschlandweit liegt der Schnitt bei 530 Euro pro Monat. Die teuersten Mieten für Studierende gibt es laut dem Moses Mendelssohn Institut (MMI) in den Städten Heidelberg, Konstanz und Freiburg. Dort kostet ein Zimmer in einer WG oder einem Wohnheim durchschnittlich 600 Euro Miete pro Monat.

Der größte Anbieter für Studenten-Wohnheimplätze in Konstanz, Weingarten, Friedrichshafen und Ravensburg ist das "Seezeit" Studierendenwerk Bodensee. Es bietet in Konstanz über 2.000 Plätze in 13 Wohnanlagen an. Auch in Weingarten, Ravensburg und Friedrichshafen ist das Studierendenwerk mit einer Wohnanlage vertreten.

Wohngemeinschaften bei Studierenden unbeliebt

Ähnlich wie die Studierendenzahlen sei die Nachfrage nach Wohnheimplätzen in den letzten Jahren konstant geblieben, so das Studierendenwerk "Seezeit"auf SWR-Anfrage. Verändert habe sich vor allem die Nachfrage nach der Wohnform. Wohngemeinschaften seien mittlerweile deutlich weniger beliebt als Einzel-Appartements. Das "Seezeit" Studierendenwerk Bodensee ist zum Start des Wintersemsters 2025/2026 voll belegt. Die Nachfrage nach einem Wohnheimplatz sei aber in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken, so eine Sprecherin.

So war die Lage vor einem Jahr:

Konstanz

Einzelne Zimmer stehen noch frei Lage in Studentenwohnheimen in der Region Bodensee-Oberschwaben entspannt

Ungewöhnliche Neuigkeiten zum Semesterbeginn: Bei den Wohnheimen des Seezeit Studierendenwerks Bodensee gibt es noch freie Plätze. Und das trotz hoher Mietpreise in manchen Städten.

"Soziale Spaltung" bei Studierenden in Konstanz

Die Mietpreise in Konstanz liegen laut Mieterbund Bodensee weit über dem Bundesschnitt. Das mache sich auch beim studentischen Wohnen bemerkbar. Die Preise werden in die Höhe getrieben, da das Wohnungsangebot knapp ist. Studierende, die neu in Konstanz anfangen zu studieren, haben noch kein Netzwerk vor Ort und sind deshalb auf Portale angewiesen. Dort seien die Preise höher, weil günstige Wohnungen über persönliche Kontakte und nicht über Anzeigen vermittelt werden, so der Mieterbund Bodensee.

Viele Studierende wohnen schon lange nicht mehr in der Universitätsstadt Konstanz, sondern suchen sich Wohnraum in den Nachbarstädten und -gemeinden.

Durch diese Entwicklung beobachtet Winfried Kropp eine "soziale Spaltung" bei den Studierenden. Wer reiche Eltern hat, kann sich Konstanz leisten. Andere dagegen müssen pendeln. 

Die Altstadt von Konstanz. Für Studierende zählt sie zu den teuersten Universitätsstädten in Baden-Württemberg wenn es um den Wohnraum geht. (Archivbild)
Studierenden werden immer mehr vollmöblierte Wohnungen angeboten, für die Inklusiv-Preise (mit Internet etc.) verlangt werden, so der Mieterbund Bodensee.

In Konstanz bleiben die Studierendenzahlen stabil

Rund 800 Studierende sind in ihr Bachelor- oder Masterstudium an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz, der HTWG, gestartet – unter anderem mit Campustouren und einer Messe der Möglichkeiten. Die Studierendenzahlen sind mit insgesamt rund 4.500 Studierenden dieses Semester stabil geblieben, so die HTWG.

Die Universität Konstanz rechnet insgesamt mit rund 10.000 Studierenden in diesem Wintersemester – und damit ähnlich vielen wie im vergangenen. Die endgültigen Zahlen liegen jedoch voraussichtlich erst im November vor, dann sei der Einschreibeprozess abgeschlossen, wie die Sprecherin auf SWR-Anfrage mitteilte.

Einen Anstieg verzeichnen dieses Semester sozialwissenschaftliche Studiengänge, wie Politik-, Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften. Auch der neu eingeführte Studiengang Bachelor of Laws stößt nach Angaben einer Sprecherin der Uni Konstanz auf großes Interesse.

An der RWU sind Medien- und Psychologie-Studiengänge gefragt

Etwas weniger, nämlich 720 Erstsemester verzeichnet die Hochschule Ravensburg-Weingarten – damit ungefähr so viele wie in anderen Wintersemestern auch. Gut nachgefragt seien beispielsweise Studienangebote in den Bereichen Medien und Psychologie. Insgesamt seien aber alle Studiengänge nahezu voll ausgelastet, hieß es auf SWR-Anfrage.

Die Studierendenzahlen seien in den letzten Jahren konstant geblieben. So verzeichnet die RWU rund 3.600 Studierende zum Wintersemester 2025/2026. Im Jahr 2015 seien es noch etwa 3.400 Studierende und 2020 rund 3.800 gewesen.

Zum Wintersemester starten insgesamt 720 neue Studierende an der Hochschule Ravensburg-Weingarten.
Zum Wintersemester starten insgesamt 720 Erstsemester an der Hochschule Ravensburg-Weingarten.

Die DHBW Ravensburg hat für das neue Semester 1.280 Erstsemester begrüßt. Insgesamt studieren an der Dualen Hochschule Ravensburg mit Campus Friedrichshafen rund 3.600 junge Menschen in den Bereichen Wirtschaft und Technik.

"Wie studiert man richtig?" ist Thema an der Hochschule Biberach

Architektur oder Energie-Ingenieurwesen, Projektmanagement oder BWL – das sind nur einige der Bachelor-Studiengänge, für die sich insgesamt 320 junge Menschen an der Hochschule Biberach eingeschrieben haben. In der sogenannte Starterwoche gibt es viele Angebote für sie – darunter eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wie studiert man richtig".

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