Bienen finden auch nach langen Sammelflügen zuverlässig zurück zu ihrem Stock, selbst wenn die Sonne hinter Wolken verborgen ist. Forscherinnen und Forscher der Universitäten Konstanz und Ljubljana in Slowenien haben nun herausgefunden, wie das den Insekten gelingt.
Kompass: Facettenaugen der Bienen
Möglich machen es die Facettenaugen der Biene: Spezielle Sehzellen am oberen Rand der Augen nehmen die Polarisation des Lichts wahr - also die Schwingungsrichtung des elektrischen Feldes von Lichtwellen, die für Menschen unsichtbar ist. Diese Zellen sind auch weniger lichtempfindlich, so dass die Biene nicht geblendet wird, wenn sie direkt in die Sonne schaut, so beschreiben es die Forschenden in einer Mitteilung der Uni Konstanz.
Der Himmel insgesamt wirkt für die Biene dann zwar unscharf, doch die speziellen Sehzellen erkennen ein Lichtmuster, das den Stand der Sonne verrät. Details wie Wolken oder Äste blendet sie dabei aus, sodass der "Himmelskompass" immer zuverlässig funktioniert.
Entdeckung bei Bienen nützlich für neue Technik
Die Entdeckung, wie Bienen mit der Sonne navigieren, könnte eine Rolle bei der Entwicklung neuer Technik spielen, so die Forschenden. "Denkbar wäre beispielsweise eine Übertragung dieser Strategie auf die Navigation autonomer Fahrweisen", erklärt Studienleiter James Foster in einer Mitteilung der Universität Konstanz. Kameras könnten als eine Art Kompass dienen, wenn GPS oder Magnetsignale ausfallen.