26-Jähriger hat zwei Frauen vergewaltigt

Falscher KSK-Soldat muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis

Er hatte sich als KSK-Soldat ausgegeben, eine Familie drangsaliert und zwei Frauen vergewaltigt: Nun ist ein 26-Jähriger dafür am Landgericht Ravensburg zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

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Von Autor/in Moritz Kluthe, Dirk Polzin

Das Landgericht Ravensburg hat einen 26 Jahre alten Mann aus Ertingen (Kreis Biberach) zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Laut Anklage hatte er vorgetäuscht, ein Elite-Soldat der Bundeswehr zu sein. Auf diese Weise hatte er eine Familie drangsaliert und zwei Frauen vergewaltigt. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Nebenklage verzichten darauf, Rechtsmittel einzulegen.

Die Richterin begründete das Urteil damit, dass von dem Angeklagten eine erhebliche kriminelle Energie ausgegangen sei. Er habe eine Zwangssituation geschaffen, indem er seine Opfer eingeschüchtert und verängstigt habe, um seine sexuellen Bedürfnisse durchzusetzen. Strafmildern sei, dass der Angeklagte nicht vorbestraft ist und die Taten gestanden hatte. In ihrem Plädoyer hatte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von fünf Jahren gefordert. Die Nebenklage schloss sich dem an. Die Verteidigung nannte in ihrem Plädoyer kein Strafmaß.

Angeklagter gestand Vorwürfe bereits zu Prozessbeginn

Der Mann gestand die Vorwürfe gegen ihn bereits am ersten Prozesstag Ende Februar. Demnach hatte er die Familie 2023 über seine damalige Freundin kennengelernt und die Familienmitglieder eines Tages überzeugt, sie würden von einer fremden Macht bedroht, die sie töten wolle. Er erklärte der Familie, dass vermutet werde, unter deren Haus liege eine Bombe. Zudem sei das US-Verteidigungsministerium involviert.

Manipulation und psychischer Terror: Familie musste gehorchen

Der Angeklagte versprach der Familie, er könne sie zusammen mit seinem Team beschützen, das das Haus außerhalb bewache, da er Offizier beim Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr sei - allerdings nur, wenn sie seinen Regeln folgten. Dazu habe er die Familie einen fingierten Ausbildungsvertrag der Bundeswehr unterschreiben lassen mit einer Erklärung, die besagte, dass sie seine Befehle befolgen müssten, erklärte der Angeklagte vor Gericht.

So mussten die Eltern, ihre zwei Töchter und die Mitbewohnerin laut Anklage täglich ein Sportprogramm absolvieren und durften ohne Erlaubnis des Mannes nicht schlafen, trinken oder essen. Zudem durften sie ohne sein Einverständnis nicht das Haus verlassen, sonst würden sie erschossen. Dass er Soldat ist und ein Team das Haus bewacht, hatte der 26-Jährige allerdings nur erfunden.

Vergewaltigung und Erpressung mit Videoaufnahmen

Vor Gericht zugegeben hat der gelernte Maschinenschlosser auch den Vorwurf der Vergewaltigung. Demnach hatte er eine der Töchter der Familie sowie deren Freundin mehrmals zu sexuellen Handlungen gezwungen und dies gefilmt. Die Freundin wurde dadurch schwanger, die Tochter der Familie von dem 26-Jährigen mit den Aufnahmen erpresst. Die Rede ist bislang von rund 15.000 Euro, die an den 26-Jährigen geflossen sein sollen. Beide Frauen sind laut Gericht traumatisiert und in psychologischer Behandlung. Eine hatte den Mann angezeigt, nachdem sie erfahren hatte, dass er kein Soldat ist.

Gericht prüft Schuldfähigkeit des Täters

Warum er all das getan habe, könne er sich nicht erklären, so der Angeklagte. Er habe oft darüber nachgedacht. Bei dem Angeklagten war laut Gericht eine Intelligenzminderung vermutet worden. Ein Gutachter hatte den Mann im Prozess jedoch als voll schuldfähig erklärt. Es liege keine psychische Erkrankung und keine Intelligenzminderung vor.

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