Verspätungen und Zugausfälle haben sich auf der Bahnstrecke zwischen Friedrichshafen und Radolfzell (Kreis Konstanz), der sogenannten Bodenseegürtelbahn, in den vergangenen Wochen gehäuft. Jetzt haben das Landesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn gegenüber dem SWR konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation angekündigt.
Eine Sprecherin des baden-württembergischen Verkehrsministeriums nennt für die Probleme auf der Bahnstrecke drei Hauptgründe: das Fahrplankonzept, eine veraltete Infrastruktur - insbesondere bei Stellwerken und Gleisen - und eine nicht ausreichende Fahrzeugverfügbarkeit, also zu wenige Eisenbahnwaggons.
Land will beim Fahrplan nachsteuern
Bei dem ersten Punkt will das Land eingreifen. Einer der Gründe für die Verspätungen sei, so die Sprecherin, die hohe Auslastung auf der eingleisigen Strecke. Denn an bestimmten Stellen müssen entgegenkommende Züge aufeinander warten.
Um die Strecke zu entlasten, sollen bereits ab Montag, 24. August, bis zum Ende der Sommerferien die sogenannten Verstärkungsfahrten zwischen Friedrichshafen und Überlingen-Therme (Bodenseekreis) entfallen. Das sind zusätzlich zum Stundentakt eingeplante Fahrten am Morgen und Nachmittag, wenn überwiegend Schüler und Pendler unterwegs sind.
Zum Schulstart Mitte September sollen die Verstärkungsfahrten zurückkehren - aber mit einer verkürzten Strecke. Sie verkehren dann von Friedrichshafen bis Uhldingen-Mühlhofen (Bodenseekreis) und nicht mehr, wie bisher, bis Überlingen-Therme. Das Ziel der Maßnahme: Die Streckenauslastung in kritischen Zeiten reduzieren und Verspätungen abbauen, so die Sprecherin des Verkehrsministeriums.
Zugausfälle und Einschränkungen seit Tagen Ärger um Verspätungen auf der Bodenseegürtelbahn
Die Züge zwischen Radolfzell und Friedrichshafen stehen derzeit öfter still. Die Bahn versucht zu erklären, was dahinter steckt.
Beim Fahrplanwechsel Mitte Dezember werde zudem die Fahrzeit der Expressverbindung Richtung Schaffhausen verlängert, wodurch Züge mehr Puffer hätten. Zu den beiden anderen Problemen - veraltete Infrastruktur und Fahrzeugverfügbarkeit - macht die Sprecherin des Verkehrsministeriums keine konkreten Angaben. Sie verweist lediglich darauf, dass für die Infrastruktur das Unternehmen DB InfraGO zuständig sei. Hinsichtlich des Problems mit den Fahrzeugen stimme man sich zudem mit dem Verkehrsunternehmen DB Regio ab.
Bahnsprecherin: Weniger Probleme bei niedrigeren Temperaturen
Eine Sprecherin der Deutschen Bahn bestätigt gegenüber dem SWR die Pläne des Verkehrsministeriums für die Änderungen am Fahrplan. Ansonsten gehe sie davon aus, dass die meisten hitzebedingten Probleme auf der Strecke mit einer Normalisierung der Temperaturen wieder abnehmen werden. So gebe es etwa zu wenig Bahnwaggons, weil diese bei der Hitze häufiger ausfielen. Die dadurch verkürzten Fahrzeuge führten wiederum zu volleren Zügen. Speziell in der Urlaubszeit mit vielen Fahrradfahrern gebe es dadurch auch vermehrt Verzögerungen auf den Fahrten.
Hitzeauswirkungen gibt es laut der Bahnsprecherin außerdem auf den Gleisen. Dort könnten sich Schienen verformen. Bei Markdorf (Bodenseekreis) sei das an einer Stelle in diesem Sommer passiert. Deshalb gebe es dort eine sogenannte Langsamfahrstelle, an der aus Sicherheitsgründen die Züge nur mit einer niedrigeren Geschwindigkeit fahren dürfen. Wann die Stelle repariert werde, sei noch unklar, so die Bahnsprecherin.