Der Untersuchungsbericht zum Zugunglück bei Riedlingen (Kreis Biberach) soll am Mittwoch, 22. Juli, veröffentlicht werden. Das teilte ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) dem SWR mit. Der Unfall, bei dem drei Menschen starben, jährt sich am kommenden Montag zum ersten Mal.
Es sei vorgesehen, dass der Bericht in seiner finalisierten Form am Vormittag auf der Internetseite der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung öffentlich zugänglich gemacht werde, so der Sprecher.
Drei Tote und mehr als 30 Verletzte bei Zugunglück
Drei Menschen starben am 27. Juli 2025, als ein Regionalzug bei Zell-Bechingen, einem Teilort von Riedlingen, entgleiste: der Lokführer, ein Auszubildender der Bahn sowie eine 70 Jahre alte Frau. 36 Fahrgäste wurden verletzt, manche von ihnen lebensgefährlich.
Kurz vor dem Unglück hatte es ein schweres Unwetter mit Starkregen in der Region gegeben. Als wahrscheinliche Ursache für die Entgleisung des Zugs gilt ein Erdrutsch. Mehrere Waggons verkeilten sich ineinander. Der erste Wagen wurde eine Böschung hinauf geschoben und prallte gegen einen Baum, wobei die Front abriss.
Experten arbeiteten knapp ein Jahr lang an dem Bericht
Der Untersuchungsbericht der BEU soll die Ursache klären und Aufschluss darüber geben, wie solche Unglücksfälle auf der Strecke künftig vermieden werden können. Anders als bei Ermittlungen von Polizei oder Staatsanwaltschaft geht es dabei um nicht um Schuld- oder Haftungsfragen. Kurz nach dem Unfall hatten Experten der Bundesstelle Daten aus dem Fahrtenschreiber sowie weitere Spuren vor Ort gesichert, zum Beispiel an den Schienen.
Die Bahnstrecke war nach dem Unglück knapp fünf Monate gesperrt. Die Reparatur- und Hangsicherungsarbeiten dauerten länger als geplant. Seit Dezember fahren auf der Strecke wieder Züge.