Der Viehscheid im bayerischen Oberstaufen (Kreis Oberallgäu) ist traditionell einer der ersten im Allgäu und lockt tausende Zuschauerinnen und Zuschauer an. Nach dem Bergsommer wurden die Kuhherden nun mit Glocken und Schellen zurück ins Tal geführt.
1.500 Rinder kehren nach Oberstaufen zurück
Rund 100 Tage haben die Rinder den Sommer auf den Bergwiesen verbracht. Am Freitag kamen die etwa 1.500 Kühe zum feierlichen Abschluss der Alpsaison beim Viehscheid in Oberstaufen zurück ins Tal.
Wenn kein Tier den Sommer über auf der Alp verunglückt ist, wird der Kopf der Leitkuh mit bunten Blumen und Zweigen geschmückt. Dieses sogenannte Kranzrind ist das sichtbare Zeichen für einen gelungenen Sommer.
Sollte dagegen ein Tier den Sommer über gestorben sein, trägt die Leitkuh keinen Schmuck. Für die betroffenen Landwirte ist das dann auch ein finanzieller Verlust - denn ein Rind ist mehrere tausend Euro wert. Falls es im Sommer auf der Alp zu einem Unglück gekommen ist, werden die Landwirte informiert. Sie wissen also schon vor dem Viehscheid, wie viele ihrer Tiere zurückkommen.
Trockener Sommer sorgt auf den Alpen für Probleme
Am Scheidplatz im Tal wartete auch Klaus Knöpfler aus Karsee bei Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg) auf seine Rinder. Nervös war der Landwirt nicht. "Die Hirten machen die Arbeit sehr gut und ich habe volles Vertrauen zu ihnen", sagte er dem SWR.
Beschäftigt hat den Landwirt diesen Sommer die Trockenheit und Hitze. "Auf der Alp oben haben sie es ziemlich trocken gehabt", berichtete er. Es habe sogar Futter nach oben gebracht werden müssen. "Aber auch bei uns zu Hause gibt es viele Betriebe, die schon die Wintervorräte angreifen mussten", sagte der Landwirt.
Am Scheidplatz im Tal trafen die Herden nacheinander ein und wurden nach Besitzern sortiert. "Jede Alpe kommt ja einzeln ins Tal und die haben ja alle Ohrmarken drin und dann finden wir sie wieder", so Klaus Knöpfler. Sein erster Eindruck von den Tieren war positiv. "Sie sind alle gut im Futter, sehen gut aus. Das macht Freude", sagte er.
Nach der Ankunft übernahmen die Landwirte ihre Tiere und brachten sie zurück auf ihre Weiden und in ihre Ställe zwischen dem Unterallgäu und dem Kreis Lindau. Die Hirten feierten währenddessen mit Einheimischen und Gästen ein großes Fest. Im Allgäu stehen bis Anfang Oktober noch mehr als 30 Viehscheide an.