Beliebtes Ausflugsziel war elf Jahre geschlossen

Mehr als tausend Menschen kommen zur Eröffnung der Marienschlucht

Nach einem tragischen Unglück war die Marienschlucht am Bodensee elf Jahre gesperrt. Am Wochenende öffnete sie wieder für Besucher - und die hatten viele Fragen.

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Mehr als 1.000 Menschen haben am Wochenende die wiedereröffnete Marienschlucht am Bodensee besucht. Das teilte die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen (Kreis Konstanz) auf SWR-Anfrage mit.

Am Samstag, dem Tag der Eröffnung, war auch Familie Neurohr aus Singen-Friedingen (Kreis Konstanz) vor Ort. Sie war an diesem Tag auf dem neuen Panoramaweg unterwegs. "Die Aussicht ist wirklich traumhaft", sagte Vater Florian. Auch Sohn Moritz zeigte sich beeindruckt. "Da geht's ganz schön weit runter", sagte er.

Besucher erkunden am Tag der Wiedereröffnung die Marienschlucht am Bodensee.
Besucher der Marienschlucht genießen auf dem neuen Stahlsteg den Ausblick. Paul Grom

Besucher freuen sich über Wiedereröffnung der Marienschlucht

Wie Familie Neurohr zog es am Samstag viele Menschen in die wiedereröffnete Marienschlucht. "Wir schätzen, dass zwischen 1.000 und 2.000 an dem Tag da waren", sagte Sandra Domogalla, Leiterin Tourismus der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen, dem SWR. "Die Stimmung war positiv. Viele Menschen wollten sich vor Ort informieren", so Domogalla.

Besucher erkunden am Tag der Wiedereröffnung die Marienschlucht am Bodensee.
Viele Treppen sind zu bewältigen. Die Besucherinnen und Besucher der Marienschlucht nehmen das offensichtlich in Kauf. Paul Grom

Besonders viele Fragen seien zu dem neuen Stahlsteg gekommen. Dieser unterscheidet sich deutlich von den Holzstufen und -brücken, die es früher in der Marienschlucht gab. "Viele wollten natürlich wissen, warum es so ein massives Stahlbauwerk sein musste", berichtete Sandra Domogalla. Hierfür standen den ganzen Tag Expertinnen und Experten bereit - vom Architekten über den Projektleiter bis hin zu einem Team des Naturschutzbunds (NABU).

Sicherheit und Naturschutz stehen in der Marienschlucht im Vordergrund

Die Erklärung: Mit dem neuen Steg soll die Sicherheit im Vordergrund stehen. Steinschläge und Erdrutsche gehören in der Marienschlucht zur Natur. Deshalb ist der Steg bewusst aus Stahl gebaut. Außerdem ist die Konstruktion so angelegt, dass sie links und rechts einen gewissen Abstand zu den Felsen hat. Fallen Steine oder Geröll, können sie zwischen Fels und Steg in die Schlucht rutschen.

Man sieht den langen Steg, wie er sich in etwa zehn Metern Höhe durch die Marienschlucht windet. Die Marienschlucht am Bodensee ist nach elf Jahren wieder eröffnet.
Der Steg führt rund zehn Meter über dem Boden durch die Schlucht. Esther Leuffen

Außerdem sorgt der Steg laut Sandra Domogalla für einen besseren Schutz der Natur. Anders als früher gehen Besucher nun nicht mehr direkt am Bach entlang durch die enge Schlucht. "Die Schlucht kann so mehr zur Ruhe kommen und Flora und Fauna werden besser geschützt", erklärte sie.

Marienschlucht ist seit vielen Jahrzehnten beliebtes Ausflugsziel

Man habe am Eröffnungstag vor allem dafür sorgen wollen, dass ein Verständnis für die großen Veränderungen bei den Besuchern ankommt. "Uns war es wichtig, dass die Menschen verstehen, warum wir das so gemacht haben und was für ein besonderes Gebiet die Marienschlucht ist. Und das ist uns gelungen", so Domogalla. Auch die Schiffe, die seit Samstag wieder Menschen zur Marienschlucht bringen, seien gut gefüllt gewesen.

Die Marienschlucht ist seit dem 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel. Sie gilt als wichtiger Teil der Region - sowohl für Touristen als auch für Einheimische. 2015 kam es nach anhaltendem Regen zu einem Erdrutsch, bei dem eine Frau ums Leben kam. Danach blieb die Schlucht aus Sicherheitsgründen gesperrt. Zeitweise war sogar unklar, ob sie jemals wieder geöffnet werden könnte.

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Florian Peking
SWR-Redakteur Florian Peking Autor Bild
Thomas Wagner
SWR-Redakteur Thomas Wagner Autor Bild

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