Die beiden Friedrichshafener Unternehmen ZF und Rolls-Royce Power Systems (RRPS) werden im Auftrag der Bundeswehr einen neuen Antrieb für Panzer entwickeln. Das teilten die beiden Firmen am Mittwoch mit. Es geht um ein deutsch-französisches Rüstungsprojekt: Den MGCS, der in Zukunft den Kampfpanzer Leopard 2 bei der Bundeswehr ablösen soll.
Verbrennungsmotor und Elektroantrieb vom Bodensee
Der Panzer soll das weltweit erste schwere militärische Kettenfahrzeug mit einem parallel-hybriden Antrieb werden. Das heißt, verbaut werden sowohl ein Verbrennungs- als auch ein Elektromotor. Der neue Hybrid-Antrieb soll mehr als 1.400 Kilowatt Systemleistung haben, damit könnte er rechnerisch ein kleines Dorf mit Strom versorgen.
Rolls-Royce kümmert sich als Generalunternehmer um den Hauptantrieb: einen neuen Zehn-Zylindermotor. Er sei besonders leicht und brauche nur wenig Raum im Panzer, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von RRPS und ZF. ZF sei für das elektrifizierte Schaltgetriebe zuständig. Erste Prototypen könnten nach Angaben der beiden Unternehmen noch vor Ende dieses Jahrzehnts getestet werden. Eine Serienfertigung wäre Anfang der 2030er-Jahre denkbar.
Deutsch-französischer Kampfpanzer frühestens 2040 einsatzbereit
MGCS steht für Main Ground Combat System - Hauptbodenkampfsystem. Berlin und Paris hatten das gemeinsame Vorhaben bereits 2017 auf den Weg gebracht. Maßgeblich beteiligt ist der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall, zudem der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS und der französische Thales-Konzern.
Ursprünglich sollte der neue Panzer im Jahr 2035 einsatzbereit sein. Mittlerweile ist von 2040 als Startdatum die Rede.