In Singen (Kreis Konstanz) sind zwei mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation "Islamischer Staat" festgenommen worden. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft haben sie sich an der Hinrichtung Andersdenkender beteiligt.
Mutmaßliche IS-Terroristen sollen an Hinrichtungen beteiligt gewesen sein
Bei den beiden in Singen festgenommenen mutmaßlichen IS-Terroristen handelt es sich, so die Bundesanwaltschaft, um den 29-jährigen Ibrahim I. und den 32-jährigen Oasama A. Sie sind demnach bereits am Mittwoch in Gewahrsam genommen und dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes vorgeführt worden.
Die Vorwürfe gegen sie reichen ins Jahr 2014 zurück. Damals kämpften nach Angaben der Bundesanwaltschaft Oasama A. und Ibrahim I. in der ostsyrischen Stadt Muhassan für die Terrororganisation "Islamischer Staat" gegen das Assad-Regime, aber auch gegen die "Freie Syrische Armee" (FSA), einem Zusammenschluss abtrünniger syrischer Regierungstruppen.
Mutmaßliche IS-Terroristen hielten sich offenbar länger in Singen auf
Sechs FSA-Mitglieder wurden demnach vom IS gefangen genommen und hingerichtet. Die beiden nun Festgenommenen Ibrahim I. und Oasama A. sollen die sechs Gegner vor ihrer Hinrichtung bewacht haben; Oasama A. soll zudem bei der Erschießung mitgewirkt haben. Beide hielten sich vor ihrer Festnahme dauerhaft in Singen auf, so eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.
Syrien versank ab 2011 in einem blutigen Bürgerkrieg. Diverse Gruppierungen kämpften in dem Konflikt mit unterschiedlichen Zielen, darunter der IS. Diesem gelang es zeitweise, weite Gebiete in Syrien und im benachbarten Irak zu beherrschen. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben in dem Bürgerkrieg mehr als eine halbe Million Menschen. Millionen Syrier flohen aus dem Land.