Mit der Vorstellung einer Fahrzeugstudie namens Concept C in Mailand (Italien) hat Audi jetzt einen Ausblick auf das Design künftiger Modelle gegeben. Dabei wurde ein Elektrosportwagen präsentiert, der so oder ähnlich einmal in Heilbronn gebaut werden wird. Der noch namenlose Zweisitzer wird als Roadster gebaut - mit vollelektrischem Antrieb.
Für Audi-Chef Gernot Döllner markiert diese Vorstellung das nächste Kapitel der Unternehmenstransformation. Nach eigenen Angaben setzt Audi mit Werken in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) und Ingolstadt (Bayern) bei Elektro auf zeitloses und reduziertes Design. So wolle das Unternehmen sich künftig im Wettbewerb mit anderen Automarken unterscheiden.
Der Audi Concept C ist also keine Vision ferner Zukunft, sondern ein konkreter Ausblick auf ein Serienmodell. Das Auto wird in den Böllinger Höfen gebaut.
Freude bei Belegschaft über neues Modell
Nicht weit entfernt vom Neckarsulmer Audi-Standort wird in der Audi-Manufaktur in den Böllinger Höfen in Heilbronn derzeit noch der E-Tron GT produziert. Das Sportwagenmodell R8 war zuletzt ausgelaufen. Die Ankündigung eines neuen Elektrosportwagens für den Standort war Ende Juli mit großer Erleichterung aufgenommen werden.
"Wir freuen uns, dass wir nach langem Ringen die Zusage für eine neues Elektromodell erreichen konnten", hatte der stellvertretende Neckarsulmer Audi-Betriebsvorsitzende Alexander Reinhart gesagt. In den Böllinger Höfen liegt der Fokus auf der exklusiveren Sportwagen-Produktion von Audi.
Audi steht unter Druck
Trotz aller Aufbruchstimmung, die die Audi-Spitze vermitteln will, steht der Autobauer vor großen Herausforderungen. Im ersten Halbjahr 2025 war der Gewinn um fast 40 Prozent eingebrochen. Dem Unternehmen setzen etwa die US-Zölle massiv zu, da Audi kein Werk in den USA hat.
Das soll sich aber womöglich ändern, entsprechende Pläne werden derzeit geprüft. Der Autoexperte Stefan Bratzel vom Forschungsinstitut Center of Automotive Management (CAM) an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach (Nordrhein-Westfalen) sieht Risiken für die deutschen Standorte.
Audi tritt außerdem stark auf die Kostenbremse. Bis 2029 sollen insgesamt rund 7.500 Stellen außerhalb der Produktion sozialverträglich abgebaut werden, darunter auch einige in Neckarsulm. Mittelfristig will das Unternehmen so mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr einsparen und bei Entwicklungsprozessen schneller werden.
Verbrenner-Aus rückt in die Ferne
Die Zukunft von Verbrennermodellen lässt Audi weiter offen und denkt über längere Laufzeiten nach. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte der Audi-Chef jetzt, sein Unternehmen sei in der günstigen Situation, gerade noch mal eine neue Verbrennergeneration an den Start gebracht zu haben.
In Neckarsulm sind zuletzt die beiden neuen Verbrennermodelle A5 und A6 angelaufen, die gut nachgefragt werden und die die Auslastung des Werks deutlich verbessert haben.
Wir werden uns in zwei oder drei Jahren anschauen, wie wir uns bezüglich der Laufzeiten aufstellen.
Audi, so Döllner im Interview weiter, habe die Voraussetzung geschaffen, auch über 2033 hinaus Verbrenner produzieren zu können. Ursprünglich wollte Audi einmal ab 2033 nur noch Elektroautos verkaufen. Dieses Ziel hatte das Unternehmen wieder kassiert. Audi will jetzt also erst mal weiter auf einen Mix aus Verbrennern, Plug-In-Hybriden und Elektroautos setzen.